4 In KALIFORNIEN/ SAN FRANCISCO/ USA

Erinnerungen – 1 Woche in San Francisco

San Francisco

San Francisco Baby, yeah!  Nach drei Monaten in Washington DC, tollen Trips nach Boston, Philadelphia, New York, Miami & Key West, erfüllte ich mir mit der Reise nach San Francisco vor fünf Jahren einen weiteren lang gehegten Traum. Eine ganze Woche lang hatte ich Zeit die Stadt zu entdecken – was ich so alles erlebt habe, was mir so zu der Zeit im Kopf rumspukte und welche Sehenswürdigkeiten mir in San Francisco besonders gut gefallen haben – ein Blick in mein Reisetagebuch verrät es.

Golden Gate Bridge

The famous Golden Gate Bridge

Travel Diary: Am Dienstag, den 5. Juli landete ich schliesslich in San Franciscooooo! Gestern noch in DC den Indenpence Day bei 35 Grad gefeiert, erwarteten mich hier 10 Grad weniger und ein bisschen mehr Wind, aber alles in allem begrüßte mich die Stadt freundlich mit Sonnenschein. Gleich zu Beginn durfte ich auch Bekanntschaft mit einer der hügelreichsten Städte der Welt machen: Nämlich zu Fuss von der U-Bahnstation in Richtung Hostel mit meinem Backpack. Hui, die Steigungen haben es doch ganz schön in sich. Obwohl es nur ca. 15 Minuten Weg war, kam ich etwas aus der Puste am Adelaide Hostel an. Es war noch alles im Rahmen, aber man bekam einen guten ersten Eindruck darauf was folgen sollte:

„We’re crazy about this city. First time we came here, we walked the streets all day – all over town – and nobody hassled us. People smiled, friendly-like, and we knew we could live here… Los Angeles? That’s just a big parking lot where you buy a hamburger for a trip to San Francisco… And the beautiful old houses and the strange light. We’ve never been in a city with light like this. We sit in our hotel room for hours, watching the fog come in, the light change.“

– John Lennon and Yoko Ono

Gespannt war ich nun auf die kommenden Tage, ob ich Leute im Hostel kennenlernen würde und ob mir die Stadt gefallen würde. Innerlich hatte ich mich ja darauf eingestellt, dass ich dieses Mal vielleicht mehr allein auf Erkundungstour gehen würde, aber das dachte ich damals ja auch von New York… aber dann traf ich doch am ersten Tag auf den Schotten wieder, den ich vor ein paar Wochen in Miami kennengelernt hatte. Ich wusste zwar, das er hier sein würde, schließlich hatten wir seither sporadisch Kontakt, aber am ersten Tag hab ich nicht mit einem Wiedersehen gerechnet.

Wie dem auch sei, so haben wir das Sightseeing also anfangs zu zweit gemacht – allerdings war ich nach drei Tagen auch froh wieder getrennte Wege zu gehen, da unsere Auffassungen von Sightseeing doch sehr unterschiedlich waren. Hier wünschte ich mir „meine“ italienischen Travel-Guides oder meine Mädels aus DC her, mit denen Sightseeing einfach so viel mehr Spaß macht… andererseits aber, mag ich es sehr gern mal allein unterwegs zu sein, was ja durchaus auch so seine Vorteile hat.

Blick auf Alcatraz

Nichtsdestotrotz habe ich mich davon nicht abhalten lassen und in der Zwischenzeit natürlich dennoch so einiges von San Francisco und seinen berühmten Sehenswürdigkeiten gesehen:

Fisherman´s Wharf

… Hierhin ging es gleich am ersten Abend und die Atmosphäre am Meer mit Blick auf Alcatraz, die Stadt sowie mit etwas Glück auf die Golden Gate Bridge mochte ich besonders. – Nur der Pier 39 war mir persönlich etwas zu überfüllt und touristisch, daher habe ich diesen Platz eher gemieden und mir lieber einen ruhigeren Ort gesucht.

Am Fishermans WharfSan Francisco HafenBlick auf Coit Tower

Seelöwen San Francisco

Seelöwen am Fisherman’s Wharf

Chinatown

… uuuh, hat mir ehrlich gesagt absolut nicht gefallen, daher hab ich irgendwie auch kaum Fotos gemacht.

Bay Cruise zur Golden Gate Bridge & Alcatraz

… die Bootsfahrt entlang der San Francisco Bay zur Golden Gate Bridge war definitiv DAS erste Highlight: Seit Ewigkeiten übt diese Brücke eine unbändige Faszination auf mich aus und je näher sie kam, vor allem nur mit ein wenig Wolken davor, und sie so in echt über dem Wasser aufragen zu sehen… das war echt der hammer! Ich glaube, ich habe ab da nur noch gegrinst wie ein kleines Honigkuchenpferd. Tatsächlich finde ich die Brücke sogar noch viel höher und imposanter als ich mir ausgemalt hatte. Ich freu mich schon jetzt auf den Spaziergang hinüber auf die andere Seite!

sfo3Alcatraz SF

North Beach mit Coit Tower & Filbert Steps (Italienisches Viertel)

… und den wohl steilsten Straßen der Stadt?!

Am Coit TowerAussicht San francisco

Mission Impossible? Zu Fuss über die Golden Gate Bridge

Bereits am dritten Tag war ich teils wieder allein unterwegs und hab mich auf den Weg gemacht, um endlich DIE Brücke zu überqueren. Als ich schließlich da oben stand… ja, das hat die Bootsfahrt noch einmal getoppt. Es war ein unglaubliches Gefühl. Der Blick auf San Francisco lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: breathtaking! Ich musste mich sinnbildlich immer wieder selbst kneifen, damit ich realisiere, dass ich genau jetzt hier in San Francisco auf der Golden Gate Bridge stehe, dass ich es tatsächlich geschafft habe hierher zukommen und diese fantastische Stadt entdecken und erleben kann. Ich war so glücklich, dass es mir die Tränen in die Augen trieb.

Auf der Golden Gate BridgeBlick auf SFSchlussendlich bin ich dann doch nicht komplett über die Brücke gelaufen, da mir doch etwas mulmig zumute wurde und meine Höhenangst wieder durchkam…aber ich sagte mir selbst: du kommst nochmal wieder und versuchst es beim zweiten Mal!

Golden Gate Bridge

Auch Tag 4 verbrachte ich allein und genoss die Stadt…ich bin einfach nur durch die Gegend gebummelt, bin mit dem Cable Car gefahren, hab lecker Pasta all’Arrabiata in North Beach gegessen und bin zur „crookedest street“ gefahren – der Lombard Street.

Cable car in SF

Crookedest Street – Lombard Street

… ist schon witzig, was sich hier so für Szenen abspielen. Ich fand die Straße schon ganz cool, kann man also auf jeden Fall mal gesehen haben. Noch besser fand ich allerdings den Ausblick, den man von hier wieder über die Straßen San Franciscos hat.

 

Blick von der Lombard Street

Blick über die Straßen von San Francisco von der Lombard Street aus

Danach ging es weiter an die Piers, wo ich mit einem typischen Sourdough-Bread (Sauerteigbrot, Spezialität San Franciscos) an einem meiner, am ersten Tag auserkorenen, Lieblingsplätze auf einer Bank saß und die Aussicht auf die Gefängnisinsel Alcatraz genoss.

San Francisco Hafen Fishermans Wharf100_2030

Haight & Ashbury

Am nächsten Morgen bummelte ich durch das berühmte Hippieviertel Haight and Ashbury, wo die Hippie-Bewegung in den 60er Jahren ihren Anfang nahm. Bunte, verrückte Läden, viele hübsche viktorianische Häuser und natürlich eine Menge interessanter Menschen auf den Strassen. Irgendwie hat mich die Ecke auf Anhieb begeistert!

Haight and Ashbury SF

Painted Ladies Haight and Ashbury

Haight-Ashbury Painted Ladies

Golden Gate Park & Japanes Tea Garden

Direkt an das Viertel schließt der Golden Gate Park an und ich beschloss mich da mal durch zu kämpfen. Gesagt, getan. Der Golden Gate Park war allerdings so groß, dass ich natürlich nicht bis zum Ende, wo der schöne Strand auf mich warten sollte, gekommen bin. Jedenfalls nicht via Pedes! Der Park ist ganz hübsch, hat Palmen, Museen, japanische Teegärten, einen botanischen Garten…also man kann recht viel Zeit in diesem Park verbringen und man wird dennoch nicht alles schaffen zu sehen. Und trotzdem… ist der Park einfach nicht meins. Da gefällt mir der Central Park doch wesentlich mehr, warum kann ich auch nicht genau sagen.

golden gate park sf

Mission Golden Gate Bridge überqueren – accomplished!

Am Ende war ich etwas überrascht, dass ich San Francisco doch noch mit einem gewissen Wehmut verlassen sollte: Die letzten 3 Tage waren die schönsten und besten Tage überhaupt auf dem ganzen Trip. Ich habe noch 5 wunderbare, tolle Menschen getroffen, die ich recht schnell lieb gewonnen habe – wie z.B. Esther aus Holland, mit der ich Versuch Nr. 2 über die Golden Gate Bridge zu gehen, wagte und es schaffte! Wohooo! What a feeling!! Die Brücke ist für jemanden mit Höhenangst wie mich, gefühlt, unglaublich laaaang und verdammt hoch (227m!!)… und es dauert mindestens ca. 30-40 Minuten bis man auf der anderen Seite ist, aber ja, die ganzen mentalen Strapazen lohnen sich! Ich fühlte mich trotzdem hin und wieder unwohl, aber durch Esthers Anwesenheit, blieb ich erstaunlich gelassen und konnte den Blick auf die Bucht und die Stadt geniessen. Ich hab mich wahnsinnig frei gefühlt…!

golden gate bridge überqueren

vista point sfCastro

Mit Esther verbrachte ich schließlich den restlichen Tag, u.a. wieder in Haight Ashbury (ja es mutierte zu meinem Lieblingsviertel) und in Castro, dem ersten Lesben-und Schwulenviertel der USA. Hier erinnert auch vieles an Harvey Milk, dem ersten offen schwulen Politiker. Hätte ich nicht zuvor den Film mit Sean Penn gesehen, wäre das vermutlich glatt an mir vorbei gegangen, so aber bin ich hier doch mit ganz anderen Augen entlang gegangen.

castro sfcastrocastro theater

Der Tag war voll schön. Hat mega Spaß gemacht die Stadt mit Esther zu erkunden. Irgendwie hatten unsere Gespräche von Beginn an eine Tiefe, die man nach 1 Tag selten mit einem Menschen hat. – Ich vermisse sie schon jetzt!

Abends im Hostel lernten wir noch Jade aus Belgien kennen und drei Australier Mitch, Louis und Julien. Die 3 Aussies sind so crazy und machen nen richtigen Roadtrip für 6 Monate durch die USA. Hach, das möchte ich auch einmal in meinem Leben machen – nicht in Australien, Neuseeland oder Asien. Nein, die USA sind für mich das Land meiner Träume und ich möchte noch soviel mehr davon sehen!

Jedenfalls waren wir alle den ganzen Abend bzw. den nächsten Tag/Abend zusammen unterwegs. Wir hatten echt viel Spaß zusammen, sei es beim Thai oder Indischessen, bei den 3$ Mojitos im Sugar Cafe oder im Owl Tree bzw. bei Bier in der Hostelküche, wo wir am ersten Abend versackt sind und bis morgens um 4 Uhr sassen. Oder eben auf unserem Tag zusammen durch die Stadt:

friends

Painted Ladies

…neben einem Abstecher zur Lombard Street, wieder mal Haight-Ashbury, ging es schießlich zu den Painted Ladies am Alamo Square. Full House lässt grüßen! Wenn der Nebel nichts verdeckt, hat man hier ja auch mal einen mega geilen Blick auf die Skyline von San Francisco, hätt ich gar nicht erwartet.

painted ladies

painted ladies sf

Ach, das war schon ne mega geile Zeit mit der Truppe, wenn auch nur kurz. Wie oft passiert es eigentlich, dass sich 6 unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Nationen treffen, die alle so ähnlich ticken? War es einfach nur das Reisen an sich, dass wir gemeinsam hatten? Der Wunsch und Sehnsucht nach dem Abenteuer die Welt zu entdecken…?  Oder „passten“ wir zu diesem Zeitpunkt vielleicht so gut zusammen, weil wir uns alle gerade irgendwie in einer Umbruchphase befanden? Die eine verarbeitete eine Trennnung, die anderen orientierten sich neu nach dem Studium und sahen der Zukunft nach dem Uni-Leben mit gemischten Gefühlen entgegen.

So auch ich. Soll ich promovieren oder nicht? Und wenn nicht, was soll ich eigentlich dann machen, worauf mich bewerben? Mich interessieren so viele verschiedene Sachen! Und trotz einiger praktischer Erfahrung, weiß ich irgendwie immer noch nicht, wie die Reise weiter gehen soll… und ja, ein wenig verloren fühle ich mich doch. Und rastlos. Das einzige, was ich ganz  sicher weiß, ist, dass ich am liebsten noch viel länger in den USA bleiben und arbeiten/reisen möchte!

Aber scheinbar ging es ja nicht nur mir so – es war echt interessant zu sehen, wie andere damit umgehen und darüber denken. Ich denke, solche kurzen Begegnungen können das Leben ebenso bereichern, inspirieren und den Horizont erweitern, wie langjährige Freundschaften oder die Familie, in denen man den anderen genau kennt und weiss wie der andere in allen Lebenslagen tickt. Schade, dass ich diese Menschen vermutlich nicht noch einmal treffen werde, aber vermutlich soll es genauso sein. Das Sprichwort, dass manchmal Menschen in dein Leben treten und wieder verschwinden, ohne dass man an sie zurückdenkt, aber andere wiederum Spuren in deinem Leben hinterlassen trifft hier vollkommen zu.

Irgendwie kamen diese Begegnungen scheinbar genau im richtigen Augenblick zustande, vielleicht war das Schicksal, vielleicht auch nur Zufall. Wer weiss das schon. In jeden Fall erinnere ich mich nun aber an San Francisco immer in Verbindung mit diesen fünf wunderbaren Menschen. Oder wie Jade so schön sagte:

„But times don´t last and everyone is on a track to somewhere else…but SF always in my heart!“

I heart San Francisco

Alamo Square in SF

San Francisco Baby, yeah!

 

Ist San Francisco auch so ein Traum von dir? Oder hast die Stadt selbst sogar schon besucht?

4 Comments

  • Reply
    Udo
    05/07/2016 at 22:29

    San Francisco finde ich wunderbar und war auch schon mehrmals dort! Allerdings hab ich in deinem Bericht noch so einige Fleckchen in dieser Stadt entdeckt, die ich noch nicht kenne. Somit hab ich auch keine Ausrede, ich muß mindestens einmal noch dahin!
    Am meisten beneide ich dich um deine Offenheit anderen Menschen gegenüber, ich bin auf Reisen leider eher mißtrauisch, wenn ich neue Leute aus anderen Ländern kennenlerne. Ich mag diese Eigenschaft gar nicht an mir, aber da ich ja kaum alleine urlaube, hab ich meist jemand anderen als Icebreaker dabei. 🙂

    • Reply
      Mandy
      08/07/2016 at 10:27

      Hallo Udo,

      noch ein SF-Fan, wie schön! 🙂 Ich habe auch mittlerweile so viele neue Punkte auf der Liste, die ich noch nicht in SF gesehen habe und die beim nächsten Besuch mitgenommen werden müssen. Das ist es ja immer: Es gibt jedes Mal etwas Neues zu entdecken! 🙂

      Zum Thema Offenheit auf Reisen: Ich denke, bei mir liegt es häufig daran, in welcher Umgebung ich gerade bin – in Hostels lernt man generell viel schneller und leichter Leute kennen, gerade wenn man allein unterwegs ist. Ich habe auch schon festgestellt, dass das weniger häufig passiert, wenn ich zu zweit reise- Kommt aber auch immer darauf an. Mir scheint aber, dass wir Deutschen einfach von Grund auf tendenziell mißtrauischer und skeptischer sind als andere Nationen. 😉

      Liebe Grüße & ein schönes WE
      Mandy

  • Reply
    Sebastian
    06/07/2016 at 22:27

    Hi Mandy,

    mir fehlt Cali – und ganz besonders San Fran – ziemlich doll. Hatte ja des Öfteren die Möglichkeit dorthin zu reisen und den Sunshine State zu genießen – mit fast allem, was man so erleben kann ?

    San Francisco war für mich immer etwas Besonderes. Auch wenn die Schere zwischen arm und reich immer mehr klafft und die Mieten schon heftig sind, war es immer toll sich mit den Einheimischen zu unterhalten. Auch mit jenen, die es in unseren Tagen leider etwas schwerer haben in der Golden Gate-City klar zu kommen. Es war bewundernswert, wie diese teils extrem intelligenten und durch den Lauf der Technisierung oder falschen Investments gestrandeten Leute dennoch vor Lebensfreude sprühten, freundlich und nicht aufdringlich waren.

    Ich hab gern meine Touren durch die City gemacht, meine Teams und teils auch gleich noch Touristen (und Einheimische aus der San José Area – ja, tatsächlich) an tolle Orte geführt und auch die City in zwei Spaziergang-Aktionen quasi von Nord bis Süd und Ost bis West durchlaufen – war ne Erfahrung…

    Ich könnt mal wieder hin und auch meine Freunde besuchen!

    Also falls jemand noch nen Reiseführer von Crescent City bis San Diego sucht… ?

  • Reply
    USA Roadtrip Westküste in 3 Wochen - Route, Infos & Kosten - Travelroads
    29/01/2017 at 13:19

    […] 13 Uhr Ortszeit lande ich in San Francisco – eine Stadt, die ich bereits vor fünf Jahren in einer Woche ausgiebig erkunden konnte. Dieses Mal hatte ich insgesamt nur 2,5 Tage Zeit, was […]

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