1 In ACROSS THE USA/ FLORIDA/ MIAMI

Letzter Halt: Zwei Tage Miami Beach

…Puh. Endstation Miami – nach 17 Tagen Ostküsten-Tour hatte ich mir das irgendwie anders vorgestellt. Eigentlich sollte es der perfekte Abschluss werden. Mit ein wenig Sightseeing und Relaxen … stattdessen war irgendwie die Luft raus und ich schlecht gelaunt. Was war los?

Miami Beach bei perfektem Sonnenschein

Gerade eben noch im beschaulichen und gemütlichen Key West und auf dem Highway 1 entspannt auf nahezu ruhigen Straßen unterwegs, trifft uns bereits eine Stunde vor Miami Beach der Großstadt-Verkehr. Fünf bis sechs Spuren, statt zwei, die alle brechend voll sind, gepaart mit einem aggressiven Fahrstil. Und das Navi macht mal wieder was es will.

Zudem bin ich immer noch mies drauf, weil es mit dem Bahia Honda State Park nicht geklappt hat, auf den ich mich so laaange gefreut hatte. Ok, stattdessen sind wir noch in den Bill Baggs Cape Florida State Park gefahren. Aber auch da zogen bereits nach kurzer Zeit Wolken auf, so dass die Freude darüber nicht lange währte …  Ja. Die Stimmung ist etwas im Keller.

Danach passt eigentlich erstmal alles und als wir in unserer Unterkunft ankommen, ist alles jut. Doch dann geht´s zum berühmten Ocean Drive – da ist richtig was los. An jedem Restaurant dröhnt andere laute Musik, Menschenmassen schieben sich auf dem engen Gehweg entlang, ständig will uns ein Kellner eine Menükarte in die Hand drücken und uns ins Restaurant locken.

Auf der anderen Straßenseite ist es nicht unbedingt besser, wir entkommen zwar den ganzen Promotern, aber dafür treiben sich hier teilweise dubiose Gestalten herum … wir sind, ehrlich gesagt, genervt von dem Trubel und wünschen uns zurück auf die Keys. Irgendwie haben wir das Gefühl von totaler Reizüberflutung.

Dazu sei erwähnt, dass ich 2011 schon einmal 3 Tage in Miami und auf Key West mit meinen Mädels vom Praktikum in Washington D.C. verbracht habe – und es hier mega geil fand. Daher bin ich wohl einfach etwas enttäuscht, weil auf den ersten Blick nix so is wie ich es in Erinnerung habe. Vielleicht lag es daran, dass wir auf diesem Trip seit Washington DC nur in entspannten kleinen Orten unterwegs waren, mit wenig Verkehr und absolut nicht mehr auf Großstadt-, Partytrubel „eingestellt“ waren.

Dazu das „schlechte“ Wetter …(an diesem und dem nächsten Tag lange Nachmittags-Gewitter). Wenn man sich 3 Jahre lang darauf gefreut hat, endlich mal wieder hier zu sein, kann man – besonders vom Sunshine-State – ja schon mal erwarten, dass die Sonne jeden Tag scheint. Also mindestens … 😉 Vermutlich war ich aber auch einfach von all den Eindrücken gesättigt. Naja, man könnte es auch Jammern auf hohem Niveau nennen, but so what? So fühlte ich mich an dem Tag einfach.

Gewitter im Anmarsch

 

Ja so ein Road Trip ist eben nicht immer nur eitel Sonnenschein (im wahrsten Sinne des Wortes)… Aber gut, dann macht man halt das, was eben noch geht und macht sich einfach keinen Druck mehr – ist ja auch kein Wettbewerb. Ursprünglich wollten wir im Übrigen noch Folgendes in Miami unternehmen:

  • Sightseeing Tour mit Bus
  • Fahrradfahren
  • Little Havanna
  • Viscaya
  • Wynwood

Was wir dann stattdessen an den knapp 2 Tagen Miami Beach getan haben?
Entspannt und die Seele baumeln lassen:

Am Strand

Die Chance genutzt und zumindest am letzten Vormittag zwei Stündchen am berühmten Miami Beach verbracht.

Beim Spazieren entlang des Boardwalk

Beim Essen am Ocean Drive

Zugegeben: Essen gehen am Ocean Drive ist nicht gerade günstig. Dafür hat man einen Ausblick auf den belebten Ocean Drive, ist mitten im Geschehen und kann von da wunderbar das Treiben auf der Straße beobachten. Außerdem gab es dort endlich mal wieder eine köstliche Pasta Arrabiata, auf die ich nach fast drei Wochen derbe Heißhunger hatte.

Bummeln durch den Art-Deco District

Miami Beach ist berühmt für seine Art-Deco Architektur. Viele Gebäude, die heute vor allem Hotels sind, stammen noch aus den 1920er Jahren und prägen bis heute die Silhouette Miami Beachs. Der historische Art-Deco Distrikt gehört sogar zu den größten der Welt. Wer tiefer in die Historie und Architektur eintauchen möchte, kann sich mit Karte auf eine Self-Guided-Tour begeben oder an einer geführten Walking-Tour teilnehmen. Wir haben keins von beidem gemacht, aber das wäre definitiv eine Option für das nächste Mal.

 

Unter Palmen entspannen und die letzten Postkarten schreiben

Wenn die Sonne am Miami Beach aber mal scheint, dann knallt sie erbarmungslos vom Himmel! Wir haben uns nach zwei Stunden am Strand unter die Palmen im Lummus Park verzogen. Dort war es angenehm „kühl“ und schattig. Und perfekt um die letzten Postkarten an die Lieben daheim zu schreiben.

 

Bei einem typisch amerikanischen Frühstück in einem stilechten Diner

Im 11th Street Diner bekommt ihr ein typisch amerikanisches Frühstück ganz im Stile der 50er Jahre. Wir hatten hier unser „Abschiedsfrühstück“ vor dem Abflug in Richtung Heimat.

 

Und was soll ich sagen? Am Ende haben wir doch noch das für uns Beste in Miami Beach herausgeholt und unseren Roadtrip entspannt und mit einem fetten Lächeln im Gesicht ausklingen lassen.

Übernachten: Im Suites on the Beach. Preis für 2 Ü im DZ: ca. 180 Euro.

Fazit

Erkenntnisse, die ich in den letzten 2 Tagen unseres Road Trips gewonnen habe:

1. Miami als letzten Ort unserer Reise zu wählen, war vielleicht nicht unbedingt die beste Idee. Lieber hätten wir noch eine Nacht mehr in Key West verbracht.

2. Auch wenn mir Miami dieses Mal nicht so gut wie 2011 gefallen hat, möchte ich der Stadt definitiv irgendwann noch ein weiteres Mal einen Besuch abstatten.

3. Ab Juni beginnt in Florida die Hurrikan-Saison. Man kann dann mit mindestens 1x Regen/Gewitter am Tag in Florida rechnen. Vielleicht hatten wir aber auch einfach nur Pech. Ich allerdings hatte mich total darauf gefreut mich mindestens einmal pro Tag ins Meer zu stürzen … leider blieb es in 10 Tagen bei gerade vier Mal. Klar, macht man dann das Beste draus, aber mal ehrlich: Wenn man sich ewig auf diesen Urlaub gefreut hat, kann man mieses Wetter ja trotzdem einfach mal so richtig kacke finden, oder?

3. Roadtrips sind toll, aber auch anstrengend. Vermutlich gehöre ich doch eher in die Kategorie „Slow Traveler“ – lieber länger an einem Ort verweilen, als jeden Tag weiter ziehen und alles was geht sehen zu wollen. Etwas, was ich bei der nächsten Planung mehr berücksichtigen sollte.

4. Es ist okay, wenn man seine Pläne über Bord schmeißt und einfach nochmal die Seeele baumeln lässt, statt noch dies und jenes anzusehen.

5. Insgesamt war es aber ein traumhafter Roadtrip an der Ostküste und ein guter Mix aus Städten und Natur.

Ist es euch auch schon mal so gegangen? Wie findet ihr Road Trips im Allgemeinen und was hat euch in Miami besonders gefallen?

Was man in Miami noch so machen kann und warum Florida generell einfach ein tolles Reiseziel ist? Lest selbst:

1 Comment

  • Reply
    Flo
    03/03/2017 at 18:42

    Hallo Mandy,

    danke für die Verlinkung, über die ich auf deinen neuen Miami-Beitrag aufmerksam wurde. Uns ist es sehr ähnlich gegangen: Auch wir waren die Tage vorher auf Key West und fanden es dort im Vergleich super entspannt – in Miami Beach dann Reizüberflutung und drückend, schwülheißes Wetter. An Regen kann ich mich zwar (Anfang August) spannenderweise nicht erinnern, aber wir waren von der Hitze so fertig, das wir große Teile des Tages im klimatisierten Hostel-Zimmer verbrachten. Und im Meer waren wir in Miami nur ein einziges Mal, und das aber auch eher etwas außerhalb. Wart ihr zufällig auch im Lokum essen? Dort fanden wir es super lecker, die Ocean Drive haben wir essenstechnisch hingegen komplett gemieden. Kellner, die einen mit Speisekarte schon fast ins Lokal zerren, sobald man nur kurz 1 Sekunden stehen bleibt, nerven mich einfach nur. Da geh ich lieber schnell weiter.
    Ob ich so „schnell“ (nach 2014) nochmal nach Miami fahren würde, ich weiß es nicht …

    Lieben Gruß,
    Flo von travelpins.at

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