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PRAG

    2 In EUROPA/ PRAG/ TSCHECHIEN

    Städtetipps von Reisebloggern für einen Kurztrip in Europa – Teil 4

    In Teil 4 nimmt euch heute Reiseblogger Thomas von Pixelschmitt mit auf eine Tour durch das schöne Prag und verrät euch seine besten Tipps für die Stadt.

    // Prag

    Über Prag wurde schon soviel geschrieben. Angefangen hat der gute Franz Kafka und bis heute stapeln sich die Berichte rund um die tschechische Hauptstadt an der Moldau. In den letzten Jahren war ich mehrmals in Prag und habe versucht, die Stadt auch abseits der Touristenpfade zu entdecken.

    Prag besteht aus vier Stadtteilen: Altstadt, Neustadt, Hradschin und Kleinseite. Und dann gibt es hier auch noch den Fluss Moldau. Östlich davon findet man die weltbekannte Altstadt: Altstädter Ring, die astronomische Uhr am Rathaus und den Wenzelsplatz. Hier drängen sich die Touristen – und die Taschendiebe.

    Westlich der Moldau und kaum zu übersehen thront auf dem Berg Hradschin die Prager Burg. Teil der Burg ist der riesige Veitsdom und der Bereich darunter ist die Kleinseite. Die wunderschöne Karlsbrücke verbindet Ost und West. An einem sonnigen Wochenende im Sommer kann es passieren, dass man für die knapp 1 Kilometer lange Strecke vom Wenzelsplatz bis auf die westliche Seite der Karlsbrücke 90 Minuten braucht. Auf der Karlsbrücke selbst ist es dann teilweise unmöglich voranzukommen.

    Sonnenaufgang auf der Karlsbrücke

    Ich treibe mich am liebsten westlich der Moldau herum. Mein absolutes Highlight ist es immer wieder, ganz früh aufzustehen und den Sonnenaufgang auf der Karlsbrücke zu erleben. Ab und zu schaut mal ein Nachtschwärmer auf dem Heimweg vorbei und der Nebel bereitet den Sonnenaufgang wunderbar vor.

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    Die Prager Burg ohne Touristen

    Nach dem Sonnenaufgang – und bevor die Tagestouristen kommen – geht´s hoch zur Burg. Der Aufstieg hat es in sich, aber dafür wird man am frühen Morgen mit einer beruhigenden Stille belohnt. Nur die Soldaten in ihren Wachhäuschen sind noch da. Sonst niemand mit dem man den Blick über die Stadt teilen muss.

    prag-am-morgen

    prag-am-morgen-wachmann

    Ganz allein kann man dann auch weiter durch das Goldgässchen neben dem Veitsdom schlendern. Die kleinen Häuschen sind zwar noch alle geschlossen, aber auch von aussen sind sie sehr schön anzusehen. Und Bilder kann man jetzt auch am Besten machen. Wenn man Glück hat, ist der Ticketverkauf zur Gasse noch nicht besetzt und das ganze Vergnügen gibt’s es umsonst.

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    Rundumblick von Prags Eiffelturm bis zum größten Stadion der Welt

    Von der Burg aus sieht man auch den Prager „Eiffelturm“. Eigentlich heißt der Turm Petřín. Aber die Geschichte mit dem Eiffelturm stimmt schon. Denn 1891 wurde er als kleine Version des bekannten Pariser Vorbilds eröffnet. Der Ausblick von hier oben über die Stadt ist atemberaubend. Für die Fußballgebeisterten eröffnet sich hier auch ein schöner Blick hinüber zum Strahov-Stadion. Mit Platz für 250.000 Zuschauer trägt es zurecht den Titel „Größtes Stadion der Welt“.

    Zwei pinkelnde Statuen
    Lust auf bisschen was Skurriles? Dann empfehle ich auf dem Rückweg in die Altstadt einen Abstecher bei den pinkelnden Statuen von David Cerny. „piss“ steht vor dem „Hergetova cihelna“ in der Nähe des Kafka-Museums und zeigt zwei nacke Männer, die in einen Teich pinkeln, der die Umrisse der tschechische Republik hat. Anscheinend kann man auch eine SMS an eine dort angegebene Nummer schicken – die beiden Herren pinkeln dann den Text der SMS. Das habe ich aber bisher noch nicht ausprobiert. Solltest Du die Statuen nicht auf Anhieb finden, dann folge einfach dem verschämten Kichern der asiatischen Touristinnen.

    Pistolen bekommt man hier im Hinterhof – hast Du was anderes von Prag erwartet?
    Von hier kann man dann wieder über die Karlsbrücke zurück Richtung Altstadt.
    Direkt nach der Brücke überquert man dann die erste Straße und biegt dann einmal nach rechts in den ersten Hinterhof ab. Dort versteckt sich der Eingang zum Artbanka Museum of Young Art in Prag (AmoYA) und hier gibt’s Waffen im Hinterhof. Riesige Waffen, die vor dem Eingang zum Museum über den Köpfen der Besucher schweben.

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    Das Metronom für den zweitbesten Ausblick der Stadt

    Dann wieder raus aus dem Hinterhof, links und gleich wieder rechts. Man kommt hier durch das jüdische Viertel, lässt den jüdischen Friedhof hinter sich und es dauert ein bisschen bevor man dann die Moldau wieder überquert. Das Ziel hat man aber schon lange vor Augen: Das überdimensionale Metronom. Bevor es hier 1991 errichtet wurde, hatte das Gelände eine bewegte Vergangenheit. Denn bis in die 1960er stand hier das größte Stalin-Denkmal der Welt – bis es gesprengt wurde.

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    Heute ist es ein sehr schöner Treffpunkt für jung und alt. Skater und Inliner drehen hier ihre Runden und viele Einheimische ziehen sich hier zurück. Direkt am Metronom hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt. In den Grünanlagen dahinter versteckt sich ein weitläufiger Park mit ein paar schönen Biergärten und Restaurants. Touristen trifft man hier eher selten. Aber bei dem genialen Ausblick dürfte sich das bald ändern.

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    Was ich auch noch empfehlen kann:
    Die versteckte Jerusalemsynagoge
    Frühstücken in einem der schönen Cafés
    Picknick auf der Insel Kampa mit Blick auf die Moldau
    Mit dem Tretboot-Schwan auf der Moldau in der Sonne dümpeln

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    Jerusalemssynagoge

    Wann nach Prag? Immer!
    Prag kann man eigentlich zu jeder Jahreszeit besuchen. Im Sommer ist die Stadt einfach voll. Wenn es sich einrichten lässt, empfehle ich den Winter für einen ersten Besuch in Prag. Es wird zwar bitterkalt, aber man sieht wenigstens etwas von der Stadt und wird nicht durch die Gassen geschoben. Als erfahrener Pragtourist kommt man dann im Sommer zurück und erkundet die versteckten Winkel. Im Sommer finden auch viele Musikfestivals und Open-Air-Konzerte statt.

    Ihr wollt mehr über Thomas und seine Trips rund um die Welt erfahren? Dann könnt ihr ihm unter anderem auf Facebook, Twitter sowie Instagram folgen. Seine ausführlichen Reise- und Fotoberichte über Städtetrips, Langzeit- und Fernreisen sowie Wochenendtouren findet ihr zudem natürlich auf seinem Blog Pixelschmitt.

    Lieben Dank fürs Mitmachen Thomas 🙂

    Wart ihr schon mal in Prag und habt noch weitere Tipps? Oder Fragen? Dann hinterlasst gern hier unter dem Artikel eure Kommentare:-)