5 In ACROSS THE USA

USA Roadtrip allein als Frau im Südwesten – Mein Erfahrungsbericht plus Tipps

Vor zwei Jahren bin ich zu meinem bisher wohl größten Abenteuer aufgebrochen: 3 Wochen allein durch den Südwesten der USA auf Roadtrip gehen. Was ich kaum jemanden erzählte, war, dass ich bis zum Abflug selbst mehr als einmal Muffensausen bekam und an meinem Vorhaben zweifelte. War ich etwa verrückt drei Wochen allein durch die USA zu cruisen?! Mehr dazu in meinem längst fälligen Erfahrungsbericht plus Tipps für euer erstes Roadtrip-Abenteuer in den USA.

Als ich meinen Plan ein paar Monate vorher in die Tat umsetzen wollte, reichten die Reaktionen von Freunden, Familie und Bekannten (aber auch von Begegnungen auf Reisen) von: „Mandy, du bist verrückt ” bis zu “Wow, das ist echt mutig – sowas würde ich mir nie trauen”. Ob von Frauen oder Männern, jung oder alt.

Allerdings kam ich mir zu dem Zeitpunkt selbst nicht besonders mutig vor. Ich dachte mir nur: Mutig – das sind die anderen. Die allein durch Indien reisen. Allein meilenweit in der Wildnis in einem völlig fremden Land wandern gehen. Aber ein Roadtrip in den USA? Das erschien mir dagegen von der Sache her wie ein Klacks! Doch – und das habe ich aufgrund meiner jetzigen Reiseerfahrung etwas verdrängt – das war es damals nicht.

Da mich seit der Veröffentlichung meines Roadtrip-Artikels immer wieder Fragen zum Thema „Allein auf Roadtrip in den USA“ von Leserinnen und Lesern erreichen, möchte ich mit euch meine Anfänge des Alleinreisens in den USA und meiner Roadtrip-Erfahrungen im Westen teilen und hoffe ich kann euch die wichtigsten Fragen beantworten.

Auch wenn mein Bericht aus Frauen-Sicht stammt und sich hauptsächlich an alleinreisende Frauen richtet, ist er vielleicht auch in einigen Punkten dem einen oder anderen männlichen Blogleser nützlich bei der Überlegung allein auf Roadtrip zu gehen. Denn auch von männlichen Freunden, Bekannten, Lesern bekomme ich öfter Fragen zu Tipps, wie man einen Roadtrip allein in den USA angeht.

 

Wie kam es zu der Idee allein auf Roadtrip zu gehen?

Vor dem Roadtrip habe ich die USA schon mehrfach allein bereist und sogar für einige Zeit in den Staaten gelebt. Und trotzdem: So ein Roadtrip allein durch den Westen war selbst für mich damals noch eine ganz andere Hausnummer. Ich hatte schon so lange davon geträumt, aber das ich den klassischen ersten Roadtrip durch den Südwesten und an der Westküste allein unternehmen würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

Aber wie das manchmal so ist: Manchmal ergibt sich nicht die Möglichkeit, eine Reise zusammen mit jemanden zu unternehmen. Es war ein bisschen wie bei meiner ersten Reise nach Amerika, auf Städtetrip nach New York: Ich wollte nicht mehr länger warten bis die Umstände passen und habe mir irgendwann in den Kopf gesetzt, allein loszuziehen.

Vom Beginn meiner USA-Reisen bis zum großen Roadtrip

So war ich also das erste Mal 2010 allein in New York unterwegs – der Beginn meiner Solo-Reisen könnte man sagen. Schon das empfand ich damals abenteuerlich, auch wenn ich Jahre zuvor bereits allein zu einem Auslandssemester in Sevilla war.

Nach dem Städtetrip folgte 2011 mein Auslandsaufenthalt in Washington DC. In der Zeit reiste ich unter anderem auch nach Boston und Miami/Key West, wo ich mit meinen Freundinnen für einen Tagesausflüge ein Auto auslieh. Das erste Mal Autofahren in den USA war ziemlich aufregend!

Danach dauerte es erst einmal bis 2014 bis es wieder über den großen Teich ging. Leider habe ich es auf dem Roadtrip von New York nach Miami mit meinem damaligen Freund nicht geschafft selbst unseren Mietwagen zu fahren, irgendwie hatte es sich so ergeben, dass er fuhr und ich navigierte.

Den letzten Anstoß zu dem Wagnis allein auf Roadtrip zu gehen, gab schließlich mein kleiner Roadtrip in Colorado und Wyoming zusammen mit einer lieben Freundin. Zu dem Zeitpunkt war ich seit 5 Jahren nicht mehr mit dem Auto in den USA gefahren. Dementsprechend nervös und aufgeregt war ich, als ich das erste Mal in Colorado fahren „musste“. Mit meiner Freundin an der Seite fühlte ich mich allerdings bald sehr wohl am Steuer und freute mich auf die Fahrten mit dem Auto.

Roadtrip allein – soll ich oder soll ich nicht?

Als ich schließlich einige Wochen später zuhause vor der Flugbuchung saß, brauchte ich doch noch eine ganze Weile bis ich den “Buchen”-Button drückte. Ich schwankte zwischen Vorfreude, Angst und dem Gefühl, ob ich wirklich völlig verrückt wäre. Ihr seht – so impulsiv und von heute auf morgen ist meine Entscheidung allein auf Roadtrip zu gehen, nicht gefallen.

Im Nachhinein bin ich dennoch froh, wie sich alles ergeben hat. 2010 hätte ich mich noch nicht allein getraut auf einen Roadtrip zu gehen, in einem Land in dem ich noch nie war. Die kleinen Schritte bis dorthin haben mir nach und nach ein sicheres Gefühl und das nötige Selbstvertrauen gegeben.

Warum hast du dich für die Variante Mietwagen plus Unterkünfte entschieden?

Da ich generell kein Camping-Typ bin und da null Erfahrung drin habe, habe ich mich für die klassische Variante entschieden. Zudem behagte mir dir Vorstellung allein im Zelt oder Campervan auf einem Campingplatz in der Wildnis zu schlafen noch weniger als allein in einem Motel…

Hattest du keine Angst drei Wochen allein auf Roadtrip zu sein?

Ich hatte Angst, oh ja. Am meisten hatte ich wohl aber Angst vor dem Unbekannten und Neuen und das ich in jeder Hinsicht für alles selbst verantwortlich sein würde. Das jagte mir doch das eine oder andere Mal ziemlich Respekt vor dem ganzen Vorhaben ein. Müsste ich meine Ängste konkret benennen, wären es wohl folgende:

  • Angst vor einem Unfall mit dem Auto
  • Drei Wochen lang Auto fahren (obwohl ich seit 18 ein Auto habe und viel allein in Deutschland fahre)
  • Krank zu werden und irgendwo festzusitzen
  • Mit dem Auto mitten im Nirgendwo liegen bleiben, kein Empfang mit dem Handy zu haben, keine Hilfe weit und breit in Sicht
  • Angst, überfallen zu werden
  • Angst vor Spinnen… dort gibt es ja besonders große haarige Exemplare. Die ich echt nicht treffen wollte!
  • Angst vor Schlangen… An sich habe ich gar keine Angst vor Schlangen – hier gibt es allerdings die ganz giftigen, wie z.B. Klapperschlangen. Und vor denen hab ich nun mal schon Schiss
  • die liebe Höhenangst – mein “treuer” Begleiter
  • etwas Angst allein zu wandern – zu dehydrieren, einen Kreislauf-Kollaps zu bekommen, sich zu verlaufen…

So sah es also aus. Wie war es dann schlussendlich?

Vor Ort hatte ich mit einigen Ängsten mehr oder weniger zu kämpfen. Meistens hatte ich durch meine Erlebnisse an jedem Tag nicht viel  Zeit über sowas nachzudenken.

Insgesamt gab es vielleicht zwei, drei Situationen, in denen ich etwas Angst hatte und auf mein Bauchgefühl gehört habe. Beispielsweise bei der Wanderung auf dem Angels Landing Trail im Zion NP oder den White Dome’sTrail im Valley of Fire, die ich beim ersten Park aufgrund von Höhenangst und letzteren wegen Hitze abgebrochen habe.

Wandern im Valley of Fire

Wandern im Zion National Park – weiter bin ich auf dem Angel’s Landing Trail nicht gegangen

Durch zwei Panikattacken aufgrund von Höhenangst bin ich quasi direkt “durchgefahren” – und zwar auf dem Highway No. 1 von Monterey Richtung Morro Rock und ein anderes Mal auf der Coronado Bridge in San Diego. Allein blieb mir blieb auch nichts anderes übrig.

Mulmig war mir etwas zumute, als ich in Utah zwischen Page, Monument Valley und dem Grand Canyon null Empfang mit dem Smartphone hatte. Aber: Tatsächlich sind dort mehr Leute unterwegs als man denkt und die Strecken nicht so weit, was mich etwas beruhigt hat.

Entlang des Pacific Coast Highways

Auf dem Weg zum Monument Valley

Nichts als die Straße vor mir

Und Spinnen und Schlangen habe ich zum Glück auch keine getroffen … ;)

Letztendlich war der Wunsch endlich die Nationalparks zu besuchen so stark geworden, dass ich meine „Angst“ überwand. Oftmals realisiert man auch erst hinterher wie “mutig” man eigentlich war. Ängste gehören also einfach bei so einem Vorhaben dazu und sollten euch nicht davon abhalten, eure Pläne und Träume in die Tat umzusetzen.

 

Warst du einsam oder hast dich gelangweilt?

Tatsächlich wurde mir doch irgendwann während der Autofahrten langweilig. Keine gescheiten Radio-Sender, meine Musikplaylist auf dem Smartphone funktionierte trotz richtigen Kabels nicht und manchmal hätte ich mir jemanden an der Seite gewünscht mit dem ich quatschen kann.

Einsamkeit dagegen war kaum ein Thema für mich. Auf dieser Reise habe ich es wirklich genossen, das zu tun wonach mir der Sinn stand. Ich habe jeden Tag so viele tolle Sachen erlebt, dass das Gefühl von Einsamkeit so gut wie gar nicht aufkam.

Dennoch gab es ab und an schon mal Momente, wo ich den Augenblick gern mit jemanden an meiner Seite zusammen erlebt und genossen hätte. Es könnte allerdings auch daran gelegen haben, dass man auf einem Roadtrip durch den Westen im Durchschnitt sehr viel mehr Pärchen trifft als anderswo. 

Drei Wochen am Stück – da ist es schon schön zwischendurch auf Menschen zu treffen und sich zu unterhalten. Was in den USA ja kein Problem ist. 

In den Schuhen von Forrest Gump in Monterey

Hast du unterwegs andere Reisende oder Leute kennengelernt?

Ja. Ich habe einige tolle Menschen kennengelernt: Das schwäbische Pärchen in San Francisco, mit denen ich mich zwei Tage später zum Essen in Monterey verabredete. Das französische junge Pärchen, dass beim Essen im Bryce Canyon neben mir platziert wurde und wo wir schließlich ein richtig netten Abend zusammen hatten. Oder die zwei Freundinnen am Antelope Canyon aus Kanada und Frankreich, mit denen ich die Tour durch den Canyon machte. Leider hat es nicht geklappt, sich wieder zu treffen, da wir jeweils in die andere Richtung weiter gefahren sind.

In Vegas habe ich im Neon Museum einen der Mitarbeiter kennengelernt und da wir uns auf Anhieb super verstanden, haben wir uns eine Woche später als ich wieder in Vegas war, wieder getroffen und er hat mir sein Vegas gezeigt. Das war wirklich toll!

Insgesamt habe ich aber trotzdem auf der Reise weniger Leute kennengelernt als auf anderen Trips in den USA.

Kann ich den Roadtrip sicher allein machen?

Ein Roadtrip im Westen der USA allein ist problemlos machbar – auch für alleinreisende Frauen. Man sollte sich sich einfach so verhalten, wie man das anderswo auch tun würde. Dunkle und komische Gegenden meiden, nicht unbedingt bei Dunkelheit durch abgelegene Orte fahren.

Nicht jedem, mit dem man sich unterhält verraten, wo man übernachtet oder wie der weitere Reiseverlauf ist. Eventuell ein regelmäßiges Update an eine Vertrauensperson schicken. Wenn man abends noch länger unterwegs ist, lieber doch mit dem Taxi oder Lyft/Uber nach Hause fahren. Keinen oder wenig Alkohol zu trinken und auf seinen Drink zu achten. Generell auf’s Bauchgefühl hören und lieber eher einer komischen Situation “entfliehen”, auch wenn sie vielleicht harmlos war.

Bist du denn in komische Situationen geraten?

Es gab tatsächlich mal die eine oder andere merkwürdige oder doofe Situation auf der Reise. In Las Vegas plauderte ich zum Beispiel ganz unbefangen am Bellagio Fountain mit einem anderen Touri – aber dann war er allerdings der Meinung mich antatschen und küssen zu müssen. Da habe ich direkt einen Abgang gemacht.

In San Diego zum Sonnenuntergang am Strand quatschte mich auf meinem Heimweg ein Typ an und lief neben mir her auf seinem Weg zum Auto. Er schien zwar ganz nett – und so ein Small Talk ist in der Regel nichts Ungewöhnliches in den USA, aber irgendwas “störte” mich an der Begegnung einfach. Einerseits waren es Fragen, wo ich merkte, er hatte mich vorher irgendwie schon im “Blick”. Dann das er im teuersten Hotel, dem Coronado del Inn, übernachten wollte, dort aber nix mehr frei war und ob ich die Flasche Wein wöllte, die er da angeblich bekommen hätte. Dabei hatte er nur einen kleinen Rucksack. Auch Fragen, ob ich allein unterwegs wäre etc., denen ich ausgewichen bin bzw. wo ich zu “Notlügen” griff und erzählte, dass ich mich gleich mit meinen amerkianschen Freunden treffen wollte. Es fiel mir wirklich schwer, dass Ganze einzuordnen, aber ich fühlte mich so unwohl, dass ich auf dem Weg zum Hotel mehrmals einen Blick zurück warf(obwohl er schließlich mit seinem Auto davon fuhr).

An meinem vorletzten Tag in LA, wo ich einfach allein am Pier am Venice Beach in Ruhe den Sonnenuntergang beobachten wollte, vermieste mir eine weitere Anmache so den Abend, dass ich keine Lust mehr hatte allein etwas essen zu gehen. Ich hatte schlicht keinen Nerv in ein Gespräch verwickelt zu werden, sondern wollte nur meine Ruhe. So wie auf dieser Reise, hatte ich das bisher noch nicht erlebt. Ich finde es ja an sich schön, das man in den USA so schnell in Gespräch kommt mit anderen. Manchmal fand ich es nett, manchmal halt doof…

Was hat dir nicht so gut gefallen?

Eigentlich gab es kaum etwas,  was mir nicht gefallen hätte. Das Alleinfahren war manchmal doch ziemlich anstrengend und auch öde. Die Anmachen haben mich etwas genervt. Und allein essen war etwas was ich nicht so schön fand. Besonders wenn man jedes Mal gefühlt an die letzte Ecke des Raumes platziert wird. Meistens habe ich mir ein Buch oder was zu Schreiben mitgenommen, aber meistens habe ich dann doch das Panorama genossen, wenn ich draußen saß.

Was sind deine Tipps für den ersten Roadtrip allein?

1. Roadtrip – Planung

Falls du nicht so der spontane Typ bist, plane deine Route und Unterkünfte im Vorfeld – allein das sorgt schon einmal für ein Stück Sicherheit. Zu wissen wann man wo ungefähr sein wird und nicht noch vor Ort nach einer Unterkunft suchen zu müssen, empfand ich deutlich stressfreier. Trotzdem habe ich Unterkünfte gebucht, die ich notfalls 1 – 2 Tage vorher stornieren kann(habe ich tatsächlich gemacht).

Plane deine Strecke nicht allzu lang und nicht zu viele Fahrtage ein. Ich hatte ca. 3-4 längere Fahrtage: Pacific Coast Highway, von Los Angeles nach Las Vegas, vom Grand Canyon nach Las Vegas und von Vegas nach San Diego. Auf die Fahrtzeiten bei Google Maps musst du noch ein bisschen Zeit drauf legen – für Pausen, Verkehr etc.

2. Thema: Autofahren in den USA

Zu erst einmal haben die Mietwagen in den USA in der Regel Automatik-Schaltung –  fahren damit ist super easy, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat. Wenn man es noch nie gefahren ist, die Straßen und den Verkehr nicht kennt, ist man zu Beginn sicherlich erstmal verunsichert – so viele Sachen, auf die man auf einmal aufpassen muss, da kann man sich erstmal kurz überfordert fühlen.

Für den Anfang empfehle ich dir das Auto auszuleihen an einer Station, wo du dich nicht gleich danach ins Stadtgewirr einfitzen musst. Ich habe mein Mietauto erst am 3. Tag in San Francisco am Flughafen abgeholt und bin von da nach Monterey gedüst. Sehr viel entspannter(außerdem sind die Parkkosten in San Francisco einfach unverschämt hoch). Falls du dich noch nicht auskennst – die Mitarbeiter vor Ort helfen dir gern und weisen dich ein.

Besorg dir ein Navigationssystem. Ich habe mit Google Maps über das Smartphone navigiert, was sehr gut funktioniert hat. Hierfür habe ich mir im Vorfeld eine Halterung besorgt, die ich mitgenommen habe. Schau dir dennoch zumindest die erste Strecke noch einmal in Ruhe im Vorfeld an und informiere dich über die Verkehrsregeln.

Auch ich war am Anfang wieder aufgeregt und nervös und bin erstmal falsch abgebogen – versuch ruhig zu bleiben und dich auf das Navi zu konzentrieren. Die Amerikaner fahren in der Regel etwas gelassener als bei uns und nach einer Stunde fand ich das Fahren schon recht entspannt. Man muss sich ja trotzdem erstmal an ein fremdes Auto gewöhnen. Also alles, nur keine Panik! Lieber einmal einen Umweg fahren als noch schnell irgendwo reinziehen oder hektisch werden. Außerdem auf das Tempolimit achten.

Persönlich graute mir am meisten vor dem Verkehr in LA, aber auch das ging beim zweiten Mal (als ich von der Canyon-Runde zurück kam) erstaunlich gut.

Ich habe zudem darauf geachtet, dass mein Tank, wenn möglich, nie weniger drin hat als die Hälfte, da ich nicht plötzlich mitten in der Pampa stehen bleiben wollte, meilenweit von der nächsten Tankstelle entfernt… Lieber einmal mehr volltanken bei der nächsten Möglichkeit. Und ich habe immer Ausschau nach Tankstellen/ Raststätten gehalten, die gut gelegen sind und habe lieber eine Pause mehr gemacht. Die Strecken ziehen sich manchmal doch ganz schön… Versuche zudem (lange) Fahrten im Dunkeln zu vermeiden.

Mit dem Mietwagen entlang des Pacific Coast Highway’s

3. Besorge dir eine amerikanische Sim-Card für das Smartphone

Ja, du hast WLAN an öffentlichen Orten, aber mitten in der Wüste Nevadas? Ich musste unter anderem doch ab und an telefonieren (Alamo-Mietwagenstation, Airbnb-Hosts, Hotel..) – und du fühlst dich einfach sicherer unterwegs. Zudem kannst du deiner Familie daheim einfach von unterwegs eine Nachricht schicken.

4. Unterkünfte, Touren und Gesellschaft auf der Reise

Suche dir Unterkünfte, die zentral gelegen und gute Bewertungen haben – eine abgefracktes Motel im Nirgendwo lässt dich vermutlich die ganze Nacht nicht schlafen. Generell habe ich es bei dieser Reise  vorgezogen lieber so nah wie möglich an oder im Nationalpark zu übernachten, so dass ich keine langen Anfahrtswege hatte.

Wenn du dich wohler fühlst damit, lass dir in deiner Unterkunft ein Zimmer nahe der Rezeption geben. Darauf hat mich erst später auf der Reise eine Rezeptionistin in Vegas gebracht, die meinte, sie reise selbst oft allein und empfindet das angenehmer als ein Zimmer ganz am “abgelegenen” Ende der Unterkunft .

Allgemein: Falls du gern Gesellschaft magst zwischendurch: Buch ein Hostel (oder Airbnb) – dort lernst du in der Regel Leute kennen, zweitens schont ein Hostel das Budget (falls du kein Typ für Hostels bist, es gibt auch DZ!).

Weitere Möglichkeiten Leute zu treffen, ist, an einer geführten Tour teilzunehmen. Ob eine Free-Walking Tour durch San Francisco, mit dem Ranger durch den Nationalpark, auf Bootstouren oder mit dem Hop-on Hop-off Bus – die Möglichkeiten sind zahlreich. Dort trifft man Gleichgesinnte und manchmal ergibt sich vielleicht die Chance sich wieder zu treffen und mal einen Tag zusammen zu verbringen.

5. Sicherheit auf dem Roadtrip

Zu dem Thema hatte ich ja oben schon einiges erwähnt. Höre auf dein Bauchgefühl und lasse die übliche Vorsicht walten. Nachts geht man ja auch hier nicht unbedingt durch dunkle Gassen. In den Städten habe ich übrigens öfter das Auto stehen lassen und bin abends mit Lyft von A nach B gefahren.

Tagsüber bin ich zudem mit dem Sightseeing-Bus durch die Gegend gedüst. Das hat mich entspannt nach all der Fahrerei und es tat gut auch mal wieder andere Leute zu sehen.

Informiere deine Lieben über deinen geplanten und hinterlasse deiner Familie/Partner/ Freunden ein paar Infos, melde dich regelmäßig von unterwegs. Was auch immer dich und dein Umfeld beruhigt.

6. Tipps zum Wandern allein

Wenn du Wandern gehst, statte vor einer Wanderung in den State Parks oder National Parks zuerst im Visitor Center einen Besuch ab. Dort bekommst du Infos zu Wanderungen, das aktuelle Wetter und die Trail-Konditionen(besonders empfehlenswert bei sehr heißem oder schlechtem Wetter). An den Trails kann man sich meist in ein Register eintragen, was ich machen würde. Informiere dich auf jeden Fall immer über den Trail & die Wetterverhältnisse, pack genug Wasser und Snacks ein und sorge für einen guten Sonnenschutz.

Auf meiner ersten kleinen Wanderung zur Fire Wave im Valley of Fire ist mir erst bewusst geworden, dass ich das erste Mal so richtig allein unterwegs bin. Für mich doch eine komplett neue Situation. Mal abgesehen davon, dass ich auf diesem Trip sowieso erstmal die beliebten Wanderwege gehen wollte, war ich genau deswegen auch froh, wenn ich anderen Menschen begegnet bin. Im Valley of Fire war es teilweise noch nicht so voll an dem Tag. Wegen Hitze konnte ich dann allerdings keine weitere Wanderung mehr unternehmen und habe den White Dom‘ sTrail abbrechen müssen. Im Zion NP waren auf allen Wanderwegen Leute, weswegen ich mir dort beispielsweise überhaupt keine Gedanken gemacht habe.

Mehr Tipps zum Allein wandern findet ihr bei Frl Draußen

7. Raum für Spontanität lassen

Als Planungsmensch, der aber auch noch viel Spaß daran hat, habe ich nicht nur die Route, Unterkünfte, sondern auch für jeden Ort vorher recherchiert, was ich eigentlich unternehmen kann – von Sightseeingtouren bis Aktivitäten wie reiten, Kajak fahren etc. Bis auf mein Ticket für das Neon Museum habe ich allerdings nichts vorgebucht und mir nur ungefähr überlegt, was ich wirklich sehen/ unternehmen will und schließlich vor Ort entschieden, was ich mache. Das Ticket für das Neon Museum hatte ich deswegen vorgebucht, da die Touren in der Regel weit im Voraus ausgebucht sind – vor allem abends, wenn die Schilder im Dunkeln leuchten.

8. Plane deinen Trip so wie du dich am wohlsten damit fühlst

Drei Wochen erscheinen dir zu lang? Wenn du nicht sicher bist, ob du wirklich drei Wochen allein rumcruisen willst, versuch doch die Strecke kürzer zu halten und beginne vielleicht erst einmal mit 2 Wochen und überleg dir, was du unbedingt sehen willst. Sind einem die Nationalparks wichtig, könnte man auch in Las Vegas starten und dort den Trip beenden. Die Wege zwischen den Parks sind nicht so weit und lang. Oder man konzentriert sich auf die Städte und startet in San Francisco und fährt erstmal nur bis LA / San Diego. Mein ursprünglicher Plan ganz zu Beginn war übrigens von San Francisco nach Los Angeles mit dem Zug zu fahren und von da mit dem Auto nach Las Vegas und nur bis zum Zion. Da mir das in der Planung doch zu umständlich erschien, habe ich mir gedacht „Egal, ich mach jetzt das ganze Programm!“

Mehr Tipps zur Planung, den Kosten und den Highlights des Roadtrips findet ihr übrigens in meinem großen Reisebericht.

Würdest du so einen Roadtrip noch einmal alleine machen?

Auf jeden Fall! Der Roadtrip war wirklich einer der besten Trips die ich je gemacht habe. Meine Ängste waren oftmals unbegründet und wenn ich doch Angst hatte – dann musste ich da irgendwie durch. Erst viel später, nach der Reise, habe ich gemerkt, wie gut mir der Trip getan hat. Sich einen Traum zu erfüllen, Herausforderungen zu meistern, Ängste durchzustehen und zu wissen, dass man alles irgendwie allein schaffen kann. Mal lernt sehr viel über sich selbst, was ungeheuer gut ist für das eigene Selbstvertrauen. Gelernt habe ich auf der Reise trotzdem, dass ich drei Wochen gut allein mit mir aushalten kann, aber ich bei so einem Roadtrip doch etwas mehr versuchen würde mit mehr Leuten in Kontakt zu kommen, durch organisierte Touren vor Ort, den Aufenthalt in Hostels oder durch Treffen mit Freunden.

Das waren meine persönlichen Tipps für alle, die das Wagnis Roadtrip in den USA im Kopf haben, sich aber noch nicht so recht trauen. Dies sind wie gesagt meine persönlichen Erfahrungen und Tipps, die sehr subjektiv sind. Vielleicht bist du über dieses Stadium schon längst hinaus oder beschließt einfach, egal, ich mach mir keinen Kopf und mach das jetzt. Egal wie. Um so besser! Yeah! Allen anderen hoffe ich durch meinen Bericht etwas Mut gemacht zu haben, sich zu trauen auf Roadtrip zu gehen, wenn sich kein Reisepartner findet.


Habt ihr  noch eine brennende Frage auf dem Herzen, die hier nicht beantwortet wurde? Wart ihr selbst schon allein unterwegs auf Roadtrip in den USA und habt noch ein paar Tipps für den ersten Trip allein? Schreibt mir doch  in den Kommentaren! Ich freue mich über Feedback und Austausch

5 Comments

  • Reply
    Klaus | Willkommen Fernweh
    28/01/2019 at 13:28

    Wow, Mandy, was für ein guter Bericht und mit vielen Tipps! Ich selbst bin zwar nicht in der Situation, über das Alleine-Reisen nachzudenken (wir sind inzwischen sogar zu dritt unterwegs), aber man liest ja immer wieder von Leuten, gerade auch Frauen, die sich einen Amerika-Roadtrip wünschen, aber alleine nicht vorstellen können. In so einem Fall werde ich in Zukunft deinen Artikel empfehlen. :)
    Noch eine Bemerkung zu den unangenehmen Anmachen: Ich glaube das ist etwas, was einem als Mann kaum bewusst ist, weil man es selbst nie erlebt. Wobei es in Amerika ja grundsätzlich etwas Gutes ist, leicht mit anderen ins Gespräch zu kommen und wenn beide das wollen darf auch geflirtet werden. Das was du schreibst überschreitet aber eine Grenze und ich kann über den einen oder anderen meiner Geschlechtsgenossen nur den Kopf schütteln…
    Liebe Grüße, Klaus

    • Reply
      Mandy
      28/01/2019 at 14:21

      Hallo Klaus,

      vielen lieben Dank für dein Feedback – das freut mich ungemein! :) Genau das merke ich auch immer wieder, dass Frauen (wie Männer) gern allein los ziehen wollen, sich aber nicht trauen. Umso schöner, wenn ich mit dem Artikel vielleicht ein paar Leserinnen und Leser dazu ermutigen kann.

      Zum Thema Anmachen: Ich sehe das auch so wie du, dass es in den USA generell etwas Gutes hat, dass man schnell ins Gespräch kommt und oftmals haben sich daraus spannende Unterhaltungen ergeben, die mir noch lange in Erinnerung blieben. Keine Ahnung, warum es mir gerade auf der Reise so „extrem“ vorkam, obwohl ich ja auch einige nette, wirklich unverfängliche Gespräche, geführt habe. Manchmal trifft man halt einfach nur „Deppen“… Wie auch immer – ich danke dir sehr, dass du dich (als Mann) auch hierzu geäußert hast. :)

      Liebe Grüße
      Mandy

  • Reply
    schwertiontour
    28/01/2019 at 18:46

    Ich habe Dich ja auch schonmal um Rat angehauen zu meinem geplanten Roadtrip im Südwesten. Deine Erlebnisse sind also auch für Männer interessant ;) Es gibt meiner Meinung nach einen Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleine sein. Einsamkeit ist nichts gutes, finde ich. Aber Alleine sein ist ja selbst gewollt und man kann es jederzeit ändern. Auf so einem Roadtrip ist man tatsächlich manchmal froh, andere Leute kennenzulernen. Und dass man auch Momente gerne mit jemand teilen wollen würde ist glaube ich nur natürlich. Aber dafür hat man alleine auch alle Freiheiten!
    Am Strand von Cannon Beach ist mir auch ein Typ bis zum Auto gefolgt und hat mir ne komplette Geschichte erzählt, um am Ende nach Geld zu fragen. Wahrscheinlich Junkie. Hab ihm paar Dollar gegeben, weil ich auch keinen Ärger wollte, man weiß halt nie. Krass, wie aufdringlich bei Dir Typen waren, da kann ich mir nur Klaus´ Meinung anschließen.
    Zum Essen abends hatte ich immer mein Reisetagebuch dabei und wenn das erledigt war habe ich Blogbeiträge von den Kollegen auf dem Handy gelesen. Ist mir ehrlich gesagt egal, dass ich alleine an einem Tisch sitze. Was soll ich machen, nur per drive through 3 Wochen leben ? ;) Apropo fahren: Ich fand´s nur einmal schlimm. Und zwar in San Francisco bei Alamo. Wenn du da raus fährst, biste ja quasi direkt auf der 8-spurigen Autobahn und musst dich auch gleich einsortieren. Zum Glück hat meine Offline Navi App in dem Moment mal nicht schlapp gemacht :D
    Insgesamt ein super inspirierender Artikel für Ersttäter/innen, die mit dem Gedanken spielen. Ich würde auch sagen: machen!

    • Reply
      Mandy
      29/01/2019 at 17:23

      Ganz lieben Dank, Schwerti, für deinen ausführlichen Kommentar :) Unter anderem, waren nämlich auch deine Fragen hilfreich für den Artikel ;) Es freut mich, dass ich dir mit meinen Tipps weiter helfen konnte und bin gespannt wann es für dich in den Südwesten geht. Erstmal ist ja Alaska geplant, richtig?

      Ansonsten kann ich dir auch in jedem Punkt zustimmen. Allein essen fand ich eigentlich nur deshalb blöd, weil man oft keine netten Tische erwischt hat(wenn man nicht draußen essen konnte). So ganz in die hinterste Ecke platziert zu werden, hab ich schon öfters erlebt , da ist entweder nix los – und ich sitze gern mal im Geschehen – oder man hatte keine nette Aussicht. Ansonsten hat es mich aber nicht gestört und wie du schon sagst, drei Wochen nur drive-through hatte ich auch keine Lust drauf :)

      Was du vom Autofahren in SF erzählst… da bin ich ja froh, dass ich den Mietwagen erst am 3. Tag geholt und dann direkt in die andere Richtung gedüst bin. Davor hat es mir schon per se im Vorfeld gegraut. Dafür war dann LA erstmal recht herausfordernd. Aber irgendwie gewöhnt man sich dran je länger man da rumcruist. Finde es übrigens ebenso krass, dass du auch ähnliche Erfahrungen gemacht hast mit so strangen Typen, wenn auch in anderer Hinsicht!

      Liebe Grüße
      Mandy

  • Reply
    Reiner
    06/02/2019 at 10:52

    Hi Mandy,
    gerade habe ich auf den Buchen Knopf für den Flug gedrückt, nachdem der Daumen lange darüber geschwebt ist. Im September geht’s für knapp 4 Wochen in den Westen der USA, der Klassiker. Ich bin zwar in meinem doch schon ein bischen fortgeschrittenen Alter schon einiges rumgekommen, aber noch nie in diese Ecke, ein langgehegter Traum von mir. Die gönne ich mir jetzt zu einem runden Geburtstag.
    Und jetzt durchforste ich natürlich das Netz, um Tipps und Anregungen zu erhalten. Da ich auch alleine reise, bin ich bei deinem Artikel gelandet.
    Allein reisen ist sicher nicht jedermanns Sache, da muss man schon mit sich selbst im Reinen sein. Ich hab’s über die Jahre gelernt, da mir eine längere Partnerschaft nie vergönnt war und Freunde natürlich irgendwann eine Familie haben und mit dieser verreisen. Auf der anderen Seite bin ich natürlich mein eigener Herr und kann komplett entscheiden, was ich mache oder nicht.
    Was mit Sicherheit etwas fehlt, ist das Teilen von Erlebnissen, sei es während einer Reise oder danach wieder zu Hause. Es kann halt niemand nachempfinden, was man in dem einen oder anderen Moment erlebt, gefühlt hat. Und soziale Medien sind da nur ein Teilersatz.
    Aber wie Schwerti schon schreibt, der Unterschied liegt zwischen Einsamkeit und Alleine sein. Ersteres ist schlimm, das bedeutet, keine Freunde zu haben, weder unterwegs noch daheim. Gott sei Dank, das kann ich verneinen.
    Alleine (unterwegs) sein hat für mich aber auch etwas fast schon Spirituelles, den Kopf frei bekommen, die Seele baumeln zu lassen, den eigenen Gedanken und Träumen nachzuhängen. Ich versuche auch immer länger unterwegs zu sein, größer 2 Wochen sollte es schon sein, sonst kommt man gar nicht richtig runter und denkt nach ein paar Tagen schon wieder daran, dass es bald vorbei ist. Ich beschreib’s einem guten Freund immer als „Zeit für mich“.
    Fürher hat er mich für den Spruch immer belächelt, aber nachdem er (noch verheirateter Familienvater) sich auch mal so eine gewisse Auszeit über ein paar Tage genommen hatte, konnte er mich voll und ganz verstehen.

    In diesem Sinne, ein paar weitere Fragen hänge ich dann noch unter deinen Roadtrip selber.

    happy and safe travels

    Gruß,
    Reiner

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