Neuengland Sehenswürdigkeiten

Connecticut Tipps: ein perfekter Herbsttag in Neuengland (rund um Hartford)

Aktualisiert am 18. September 2023

Connecticut, Neuengland, im Herbst – endlich! Ich freue mich auf die schönste Jahreszeit in Neuengland mit Pumpkin Patches, Kleinstadt-Charme, Halloween-Dekorationen, Apple Orchards und alles, was das amerikanische Herbstfan-Herz höher schlagen lässt.  Mein perfekter Herbsttag in Connecticut startet am Bahnhof von New Haven.

New Haven ist besonders bekannt für seine Elite-Universität Yale, die ich bereits bei früheren Besuchen besichtigt habe. Dieses Mal komme ich mit dem Zug aus Boston, wo ich die ersten zwei Tage meiner Herbstreise im Oktober 2022 verbracht habe. Bereits die Zugfahrt mit Amtrak ist (wieder) einmal ein Highlight für mich, auch wenn sie dieses Mal nur 2,5 Stunden dauerte.

Bahnhof New Haven: Amtrak-Zug von Boston Richtung New York

3 Connecticut Tipps im Herbst

In New Haven holt mich meine Freundin Katja ab, die derzeit wieder in Bristol, Connecticut lebt. New Haven eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für die folgende Tour, die sich auch gut oder in Teilen in einer klassischen Neuengland-Rundreise integrieren lässt.

Connecticut, dessen Spitzname auch „Constitution State“ ist, ist der drittkleinste Bundesstaat der USA und der südlichste der 6 Neuenglandstaaten. Da er an New York State, Massachusetts und New Hampshire grenzt, ist er recht gut von New York oder Boston aus zu erreichen.

Unsere Tagesetappe rund um Hartford, Connecticut

1. New Haven-Lyman Orchards, Middlefield

2. Lymans Orchards -Old Wethersfield

3. Old Wethersfield-Hogans Cider Mill, Burlington

Obwohl wir sehr nah an Hartford und West-Hartford sind, lassen wir die beiden Städte aus, da wir

a) die Orte schon kennen

b) während meines Besuchs noch einmal separat dort hin wollen.

Connecticut im Herbst

 

Lyman Orchards – Middlefield, Connecticut

Unser erster Stop ist Lyman Orchards „pick your own“. Seit 1741 baut Lyman die verschiedensten Obst-und Gemüsesorten an. Von Äpfeln, Kürbissen bis hin zu Blaubeeren, Erdbeeren und Pfirsichen. Je nach Jahreszeit, können auf dem Areal und weiteren in der Umgebung verschiedene Obst- und Gemüsesorten gepflückt werden.

Täglich geöffnet: 8AM-4:30PM

24-52 South St,
Middlefield, CT 06455

Lyman Orchards

Äpfel pflücken

Heute ist Samstag und ein herrlich schöner sonniger Herbsttag. Kein Wunder, dass sich auf den Feldern viele Leute, besonders Familien, tummeln. Perfekt für einen Ausflug.

Trotzdem ist es nicht so voll, dass es unangenehm wäre. Man kann in Ruhe an den Äpfelfeldern entlang spazieren und den Ausblick über die Landschaft mit ihren bunt gefärbten Wäldern genießen.

Wir probieren die Apfelsorte Red Delicious und der Name verspricht nicht zu viel: er ist einfach köstlich!

Äpfel probieren: Red Delicious
Äpfel probieren: Red Delicious
Familienausflug zum Äpfel pflücken
Familienausflug zum Äpfel pflücken
Apfelernte im Oktober auf dem Lyman Orchards in Connecticut
Apfelernte im Oktober

Pumpkin Picking

Bei den Lyman Orchards gibt es ebenfalls die Möglichkeit Kürbisse zu sammeln. Auch wenn wir selbst keinen Kürbis mitgenommen haben, hat es uns viel Spaß gemacht, nach dem perfekten Kürbis Ausschau zu halten, über das Feld zu spazieren und die Familien zu beobachten, die sichtlich Freude am gemeinsamen Pumpkin picking hatten.

Für mich waren die beiden typisch amerikanischen Herbstaktivitäten schon ein echtes Highlight – zusammen mit dem Traum-Herbstwetter. So hatte ich mir den Herbst (oder Indian Summer wie man bei uns immer noch sagt) in Neuengland immer vorgestellt.

Schließlich wollten wir noch einen Abstecher zum Lyman Orchard Country Store ein paar Straßen weiter machen und dort vielleicht etwas zum Lunch essen. Leider war draußen bereits so eine lange Schlange, dass wir uns doch für die Weiterfahrt entschieden haben.

Old Wethersfield, Connecticut: Must See für Halloween – und Geschichtsfans

Old Wethersfield, gegründet in 1633, gilt als älteste von Europäern besiedelte Stadt Connecticuts.  Die Stadt hat mehr als 1,100 historische Gebäude – einige verknüpft mit bedeutender Geschichte, und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Quasi ein riesiges Freilichtmuseum.

Zu den National Historic Landmarks im Historic District gehören:

  • Buttolph–Williams House
  • Joseph Webb House
  • Silas Deane House
Historische Häuser in Old Wethersfield im Herbst
Historische Häuser in Old Wethersfield

Old Wethersfield Hexenprozesse

Old Wethersfield Geschichte ist zudem verknüpft mit der Geschichte der Hexenverfolgung in den USA. Im 17. Jahrhundert fanden in Old Wethersfield die ersten Hexenprozesse statt – noch vor den berühmteren Salem Witch Trails.

Die Prozesse in Connecticut gehörten zu den ersten dieser Art in Neuengland und gingen den Prozessen in Salem um vier Jahrzehnte voraus. Mary Johnsons Geständnis der Hexerei im Jahr 1648 in Wethersfield war das erste seiner Art in den Kolonien.

Insgesamt verhandelte man in Connecticut 43 Fälle von Hexerei. 16 endeten mit einer Hinrichtung. In Wethersfield, wo zwischen 1648 und 1668 neun Anklagen und drei Hinrichtungen dokumentiert sind, beginnt die Geschichte.

Buttolph–Williams House: 1711 erbaut und damit eins der ältesten historischen Häuser in Old Wethersfield
Buttolph–Williams House als literarischer Schautplatz in „The Witch of Blackbird POndo

Joseph Webb House: und was Präsident George Washington damit zu tun hat

Das Joseph Webb House wurde geschichtlich bedeutsam, als George Washington im Jahre 1781 während des Amerikanischen Revolutionskrieges zusammen mit dem französischen General Rochambeau unter dem Dach des Hauses in einer fünftägigen Konferenz Pläne schmiedete, wie die Briten zu Fall gebracht werden sollen.

Mit der letzten großen Schlacht und Belagerung Yorktowns kurz danach, sollte ihnen dieses Vorhaben gelingen.

Heute ist das Joseph-Webb-Haus Eigentum des Webb-Deane-Stevens-Museums und dient als dessen Headquarter. Das Innere des Hauses wurde so restauriert, dass es wie aus dem 18. Jahrhundert aussieht und man kann vermutlich gut erahnen wie Washington zu jener Zeit genächtigt hat. 

Silas Deane House

Das Silas Deane House ist ein historisches Museum und war das Haus von Silas Deane (1737-1789), dem ersten ausländischen Diplomaten der Vereinigten Staaten.

Normalerweise hätte ich mir die Häuser gern angeschaut, aber an diesem Tag zog es mich einfach nicht nach drinnen – lieber wollte ich mich ins Halloween-Getümmel stürzen! Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass wir das nicht geschafft/gemacht haben, aber zu dem Zeitpunkt hat für mich alles so gepasst. So geht es mir ganz oft auf Reisen – kennt ihr das Gefühl?

Halloween in Old Wethersfield

Old Wethersfield gilt vor allem im Oktober als einer der besten Orte, um Halloween in Connecticut zu feiern.

Während der Halloween-Season findet hier jedes Jahr seit 30 Jahren in der Stadt das Scarecrows Along Main Street Event statt. Dann ist alles auf Halloween dekoriert mit den typischen Halloween-Motiven – wie Vogelscheuchen, Geister, Hexen und Skelette.

Genau so habe ich mir das vorgestellt! Es macht sehr viel Spaß den Nachmittag hier zu verbringen und ein bisschen amerikanisches Halloween-Feeling mitzunehmen.

Hocus Pocus Sanderson Sisters Halloween Figuren aus Stroh in Old Wethersfield
Hocus Pocus – the Sanderson Sisters are back! ;)
Die drei dürfen auch nicht fehlen :D

Restaurant-Tipp: Heirloom Market at Comstock Ferre

Um unseren Hunger zu stillen, gehen wir in den Heirloom Market at Comstock Ferre. Regionale, frisch zubereitete Speisen werden angeboten und wir entscheiden uns für ein Sandwich. Leider dauert die Bestellung länger als gedacht, da auch hier ziemlich viel Betrieb ist. In der Zwischenzeit schlendern wir aber ein wenig durch den sehenswerten Store, wo man auch einkaufen kann. Definitiv empfehlenswert!

 

Das war auch schon unser Besuch in Old Wethersfield. In dem Historic District hätte ich gut und gern noch Stunden verbringen können, aber die Zeit vergeht heute wie im Flug.

Nun wollen wir noch weiter zur Hogan’s Cider Mill nach Burlington zum Abschluss des Tages (und weil das Wetter für die nächsten Tage Regen verspricht).

Bed & Breakfast

 

Home of The Orginal Drunken Donut – Hogans Cider Mill, Burlington, Connecticut

Diesen Tipp habe ich gerade noch rechtzeitig vor meinem Trip von der lieben Claudine (Countryatheart) bekommen – vielen Dank dafür♥. Zufällig liegt die Hogans Cider Mill nur rund 15 Fahrtzeit vom Haus meiner Freunde entfernt. Perfekt, um den schönen Herbsttag ausklingen zu lassen.

Die Hogans Cider Mill stellt seit 1912 Apple Cider her und ist ein beliebtes Ausflugsziel zur Herbstzeit in Connecticut. Allein schon die liebevoll, typisch amerikanisch, dekorierte Vorderseite des Cider Mill Store’s lädt ein. Für mich ist der rote Pick-up Truck, dekoriert mit Kürbissen, ein absolutes Lieblings-Herbstmotiv.

Es ist außerdem, so kann man es wohl sagen, DER Fotospot an der Hogans Cider Mill an der sich jeder Besucher fotografieren lässt. Natürlich darf auch das Markenzeichen der Hogans Cider Mill nicht fehlen: Der Original Drunken Donut.

Das ist ein – achtung kalter -frisch gepresster alkoholfreier Apple Cider gemixt mit dem alkoholischen December Frost Hard Cider aus eigenem Anbau. Dazu ein – ebenfalls aus eigener Herstellung- ein Apple Cider Donut plus Schlagsahne on top. Et voilá!

Das Ganze gibt es übrigens auch in der alkoholfreien Variante.

Eine ziemlich interessante Kombi muss ich sagen! Der Donut war leider etwas trocken, was vielleicht an der späten Tageszeit lag, aber ansonsten war es wirklich sehr lecker. Wie ich auf meiner Herbstreise feststelle, sind Apple Cider als auch Apple Cider Donuts in Neuengland typisch für die Herbstzeit, vor allem auf dem Land, aber auch auf regionalen Wochen- und Bauernmärkten.

Apple Cider – traditionelles Herbst/Wintergetränk in Neuengland

Aber was ist eigentlich das amerikanische Apple Cider? Es ist jedenfalls kein Apfelwein, wie man im ersten Moment annehmen könnte. Es handelt sich in den USA um eine Art alkoholfreien Apfelpunsch/ungefilterten Apfelsaft, der kalt oder heiß genossen werden kann. Dieser wird besonders in der Herbst- und Wintersaison angeboten. Den Apple Cider gibt es auch mit Alkohol, nennt sich dann „hard cider“. 

Der hard cider war für die frühen Siedler im 17. Jahrhundert an der Neuenglandküste buchstäblich ein Grundnahrungsmittel. Äpfel wurden für alles verwendet. Die Pilger lagerten die Äpfel ein und brauten den hard cider, um die strengen Winter in Neuengland zu überstehen.

Dieser war länger haltbar als Milch und sogar sicherer zu trinken als Wasser – und für Kinder wurde eine alkoholarme Variante hergestellt. Jahrzehnte später, unter anderem auch durch die Prohibition, wurde die alkoholfreie Variante zum Standard.

Hogan’s Cider Mill Store

Neben dem Country Store und dem dekorierten Pick-up Truck lädt auch der Rest der Hogan’s Cider Mill mit einer großen Outdoor-Seating Area zum Verweilen ein.

In der historischen Scheune, in der seit 1912 Äpfel aus der Region zu Apple Cider gepresst werden, gibt es heute zudem einen Tap Room, in dem vor allem die verschiedenen Hard Cider Crafts, die Hogan’s kreiert, probiert werden können. Richtig urig eingerichtet!

 

Wir genießen unsere Drunken Donuts draußen an einem der Picknick-Tische bei herrlicher Abendsonne und amerikanischen Country-Musik, die dezent aus der Scheune schallen. Gern würde ich hier noch einmal herkommen und mich durch die verschiedenen Cider-Sorten probieren!

Schade, dass die Cider Mill in den nächsten Tagen nicht geöffnet hat. Vor einem Besuch solltet ihr unbedingt die Facebook/Instagram-Seite sowie die Website checken. Die Öffnungszeiten variieren doch sehr. Die Cider Mill ist übrigens ganzjährig geöffnet und bietet passend zur Jahreszeit verschiedene andere Variationen des Drunken Donut an.

Insgesamt ist es jedenfalls einer der schönsten Tage meiner Reise und ich bin glücklich ein paar typisch amerikanische Herbstaktivitäten, zusammen mit meiner Freundin, in Neuengland erlebt zu haben. So schnell werde ich vermutlich erst einmal nicht mehr im Herbst nach Connecticut kommen.

Neunengland im Herbst – so stell ich mir das vor :)

Das waren also meine drei Tipps für den Herbst in Connecticut, Neuengland.

Warst du zu der Zeit schon einmal in Connecticut oder Neuengland und hast weitere Tipps?

Country Roads

3 Comments

    • Mandy

      Vielen lieben Dank, Sanne. Es war wirklich der perfekte Herbsttag :) Besonders im Vergleich zu den darauffolgenden Tagen ;) Neuengland mit einer Hochzeitsreise zu verbinden, stelle ich mir sehr schön vor.

      LG
      Mandy

  • Nadine

    So ein toller Beitrag und diese schönen Bilder… da möchte ich am liebsten gleich hin fliegen! :D Ich war zwar jetzt schon öfters in den USA, aber irgendwie immer nur im Sommer bei 30 Grad und auch immer nur in den Großstädten. Ich hätte aber auch so Lust mal zu Herbstzeit in den kleineren Orten Zeit zu verbringen und die lokalen Aktivitäten mitzumachen. Das erscheint mir immer so spaßig aber auch gemütlich, richtiges Herbstfeeling! Newengland steht deswegen unbedingt auch auf meiner Bucketlist. Danke also für die schönen Eindrücke, so kann man wenigstens schonmal davon träumen :)

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