Romantischer Süden – 2 Tage in Savannah, Georgia (II)

Im ersten Teil habe ich euch gezeigt, was man in Savannahs Historic District entdecken kann. Heute nehme ich euch mit zu drei weiteren tollen Orten in der Umgebung Savannahs, die ihr bei einem Besuch nicht verpassen solltet…

Wormsloe Historic Site

Am Vormittag starten wir zunächst zur Wormsloe Plantation, die mit dem Auto in ca. 20 Minuten zu erreichen ist. Auf der Isle of Hope errichtete Noble Jones, der zusammen mit James Oglethorpe einer der ersten britischen Siedler in Georgia war, 1737 sein koloniales Anwesen.

Heute ist davon allerdings nicht mehr viel übrig und es gibt nur noch die Ruinen des ehemaligen Herrenhauses zu sehen.

Ruinen des Kolonialanwesens Wormsloe Historic Site
Ruinen des Kolonialanwesens

Im Welcome Center gibt es dazu bzw. zur Geschichte von Wormsloe Historic Site im Allgemeinen, aber auch zur Gründung von Georgia, einen interessanten Film sowie ein kleines Museum zu sehen.

Im Anschluss daran kann man verschiedene Trails laufen, die unter anderem an den Ruinen des ehemaligen Anwesens vorbei führen. Hach, ich freute mich schon darauf! Endlich einmal richtig mitten in der Natur – und nicht nur in den Parks von Großstädten – unterwegs zu sein.

Trotzdem war ich zu Beginn unseres Spaziergangs etwas angespannt und von Erholung erstmal keine Spur. Schuld daran war ein Info-Blatt, dass uns zuvor im Welcome Center in die Hände fiel.

Darauf wird vor den vielen Spinnennetzen auf dem Gelände „gewarnt“ und über seine achtbeinigen Bewohner aufgeklärt, die zum Teil, nun ja, nicht mal eben klein sind. Na wunderbar…

Es dauerte eine Weile, bis ich den Spaziergang, unseren kleinen Lunch an einem der Picnic Areas sowie die wilde, aber schöne Landschaft genießen konnte.

Und gott sei Dank, wir haben unterwegs auch keine Bekannschaft mit einer Spinnen gemacht!

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Trail Wormsloe Historic Site
Trail Wormsloe Historic SiteDSC02790 (2)

 

Aber jetzt kommen wir mal zu dem eigentlichen Highlight der ganzen Anlage. Warum die Wormsloe Plantation so viele Besucher anzieht und weshalb nämlich auch ich unbedingt hierher kommen wollte:

Diese wunderschöne Eichenallee! Um die 400 Live Oaks, von deren knorrigen Ästen das Spanish Moss wild herunter hängt, sind es, die vom Eingang bis zum Haupthaus führen.

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Ist das nicht ein Traum?! Auf der 1,2 km langen Fahrt bis zum Haupthaus, lasse ich die besondere, irgendwie magische Stimmung, die dieser Ort ausstrahlt, intensiv auf mich wirken. Dabei entstand, bei einem kurzen Halt, auch mein Lieblingsbild ganz oben (1. Foto im Artikel).

Schon den Tag zuvor war ich hin- und weg von den Eichenalleen in der Altstadt von Savannah, aber das hier übertrifft einfach alles! Zusammenfassend kann ich nur sagen, das ist definitiv einer der wunderschönsten Plätze, an denen ich je gewesen bin…♥

Der Ausflug und die 10 Dollar pro Person haben sich für uns jedenfalls mehr als gelohnt. Auch wenn es sonst nicht so wahnsinnig viel zu entdecken gibt, würde ich mir das sogar noch ein weiteres Mal anschauen.

Weitere Infos

  • Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 9 bis 17 Uhr
  • Preis: Erwachsene 10 $, Kinder unter 6 Jahren 2 $, Jugendliche (6-17 Jahre) 4.50 $ und Senioren (62+) 9 $
  • Geführte Touren jeweils um 10 Uhr, 11 Uhr, 14 und 15 Uhr

Bonaventure Cemetery

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Wusstet ihr, dass Savannah nicht nur als eine der schönsten Städte, sondern auch als die Stadt in den USA gilt, in der es am meisten spuken soll? Der Grund dafür soll sein, dass die Stadt und ihre Umgebung von Massengräbern aus den letzten Jahrhunderten übersät ist.

Savannah war in der Vergangenheit nicht nur Schauplatz des Amerikanischen Bürgerkrieges, in dem tausende Soldaten umgekommen sind, sondern auch Hochburg für den Sklavenhandel und wurde von mehreren Naturkatastrophen und Krankheiten wie dem Gelbfieber heimgesucht.

Also mehr als genug gequälte Seelen, die auch heute noch keine Ruhe finden und durch die Stadt geistern… Kein Wunder, weshalb Geistertouren und besonders Friedhofsspaziergänge bei Tag – und Nacht – sich hier besonderer Beliebtheit erfreuen.


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Der Bonaventure Cemetery, der älteste und schönste Friedhof von Savannah, ist dabei ein sehr populäres Ausflugsziel. Vor allem bekannt geworden durch die Verfilmung des Romans „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“ mit Kevin Spacey und John Cusack.

Aber schon im viktorianischen Zeitalter hat die einzigartige Schönheit des Friedhofs Schriftsteller und Poeten wie Oscar Wilde angezogen und zum Schreiben inspiriert. Ein Minister aus New Orleans veranlasste er, extra bis zum Bonaventure Cemetery zu reisen, um anschließend dort Selbstmord zu begehen.

In seinem hinterlassenem Abschiedsbrief an seine Ehefrau, begründet er seine Handlung ganz simpel mit folgenden Worten:

«It´s a beautiful place to die»


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Dann wollen wir uns also mal anschauen, was es mit dem berühmten Bonaventure Cemetery auf sich hat und ob es hier tatsächlich spukt…

Als wir ankommen, beschließen wir den Friedhof mal auf ganz amerikanische Art zu besichtigen – nämlich mit dem Auto. Was an diesem schwülen Tag auch ganz gut so ist, denn der Bonaventure Cemetry ist einfach riesig.

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So machen wir uns auf die Suche nach dem berühmten Grab von Little Gracie, einem kleinen Mädchen, dass 1889 mit 6 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben ist. Noch heute legen Besucher für sie Spielzeug an das Grab und angeblich soll sie blutige Tränen vergießen, wenn das Spielzeug verlegt wird…

Außerdem heißt es, dass sie in Savannah am Johnson Square von Zeit zu Zeit beim Spielen gesehen wird und man im Pulaski Hotel manchmal noch ihr Lachen durch die Gemäuer hallen hört…

Little Gracie Grab Bonaventure Cemetry
Grab von Little Gracie

Des Weiteren erzählt man, dass die Engels-Skulpturen auf dem Friedhof, ihre Gesichtsausdrücke von traurig, fröhlich bis wütend wechseln können. Gruselig, oder? Ich sag euch, wenn man das weiß, geht man mit ganz anderen Augen über diesen Friedhof. Selbst am hellichten Tag, ist die Atmosphäre auf dem Bonaventure Cemetery irgendwie unheimlich.

Vor allem als wir keiner Menschenseele mehr begegnen, als wir zwischendurch kurz anhalten und ein Stückchen zwischen den Gräbern entlang gehen. Wahrscheinlich ist es die Kombination aus dem Wissen, dass es spuken soll, der absoluten Stille, den viktorianischen Grabstätten sowie den verwitterten Statuen, eingerahmt von den mächtigen, mit Spanish Moss drapierten, Eichen, die dieses Gefühl auslösen…

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DSC02819 (2)Bonaventure Cemetery

Also spannend ist es auf diesem Friedhof mit Sicherheit…Nach einer Stunde haben wir aber auch genug gesehen, sind keinen Geistern von Savannah begegnet und machen uns deshalb wieder auf den Weg zu unserem nächsten Ziel.

Weitere Infos:

  • Öffnungszeiten: 8 – 17 Uhr und kann kostenlos besichtigt werden.
  • An jedem 2. Sonntag kann man an einer freien, geführten Tour der Bonaventure Historical Society teilnehmen.
  • Geistertouren kann man z. B. hier buchen

Tybee Island

Nach so viel Spuk beschließen wir den späten Nachmittag am Strand von Tybee Island zu verbringen. Eine sehr schöne Insel, die ebenfalls nur eine halbe Stunde Fahrtzeit von Savannahs Innenstadt entfernt ist. Perfekt für alle, die, wie wir, das Meer lieben und sich nach einem Sighstseeing -Tag etwas Entspannung gönnen wollen. Daher zum Schluss dieses tollen Tages noch ein paar Beach – Impressionen…

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Tybee Island Lighthouse
Tybee Island Lighthouse

Unser Aufenthalt in Savannah war wirklich fantastisch. Gern wären wir noch länger geblieben, aber am nächsten Tag führt uns unsere Reise schließlich weiter nach Charleston. Wie es uns da gefallen hat und was es dort so zu sehen gibt – das gibt´s bald hier in einem weiteren Bericht.

Wäre Savannah eine Stadt, die du gern mal besuchen würdest?

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