1 In ACROSS THE USA/ CAPE COD/ MASSACHUSETTS

Tagesausflug nach Martha’s Vineyard oder Nantucket? {Cape Cod}

Ein Tagesausflug nach Martha’s Vineyard oder Nantucket? Die gleiche Frage stellte sich mir bei meinen Besuchen auf Cape Cod. Beide Inseln sind beliebte Urlaubsziele nahe Boston und ich wollte gern beide erkunden. 2015 entscheide ich mich für Marthas Vineyard, 2017 für Nantucket. Im folgenden Artikel erfahrt ihr meine Tipps für einen Tagesausflug nach Nantucket oder Martha’s Vineyard und welche der zwei Inseln vor Cape Cod mir besser gefallen hat.

Warum muss ich mich eigentlich für eine der Inseln entscheiden?

Zu Anfang gleich die wichtigste Frage und Antwort: Natürlich kann man beide Inseln besuchen. Das hatte ich mir 2015 in den Kopf gesetzt. Bis ich die Preise für die Überfahrt mit der Fähre gesehen habe. Ganz zu schweigen von den Übernachtungskosten auf Cape Cod, den Inseln und den sonstigen Kosten. Daher musste bei meinem ersten Trip eine Entscheidung her. Vielleicht hilft euch mein Beitrag, falls ihr ähnliches vorhabt.

Cape Cod, Hyannis – Ausgangspunkt zur Erkundung

Mein Ausgangsort für einen Tagesausflug auf Nantucket oder Martha’s Vineyard ist Hyannis, ca. 1 Stunde von Boston entfernt. Hyannis(port) ist ein vornehmer Küstenort und Heimat der Kennedys. Geprägt durch seine einst prominenten Bewohner, könnt ihr euch in Hyannis auf die Spuren von JFK begeben und den einstigen Präsidenten von seiner privaten Seite kennenlernen. Mehr zu Hyannis bald in einem eigenen Beitrag.

Mit der Fähre von Hyannis nach Martha’s Vineyard und Nantucket

Warum sich Hyannis als Ausgangsort anbietet? Von dem Städtchen könnt ihr die Inseln ganzjährig, von April bis November häufiger am Tag, mit der Fähre erreichen. Es gibt zwei Varianten: Entweder ihr nehmt die Schnellfähre (High-speed Ferry) seid ihr wie der Name schon sagt in kürzerer Zeit am Ziel, Oder die traditionelle Fähre, die etwas länger braucht, dafür aber etwas günstiger ist. Ich habe jeweils eine der Fähren gegen 9 Uhr genommen und bin um 18/19 Uhr zurück(je nachdem wann Sonnenuntergang ist). Folgende Fährverbindungen gibt es von Hyannis:

Fähre Hyannis – Marthas Vineyard

Hy-Lines: Ist innerhalb 1 Stunde auf Martha’s Vineyard. Preis – Roundtrip: 59 $. Tickets können online gekauft werden oder vor Ort.

Fähre Hyannis – Nantucket

Hy-Lines High-Speed Ferry: In 1 Stunde nach Nantucket. Im Sommer fährt die Fähre öfter, außerhalb der Saison eingeschränkt. Preis – Roundtrip: 77 $. Tickets können online reserviert werden(zur Hauptsaison sinnvoll, einfach auf der Seite Kapazitäten checken) oder vor Ort erworben werden.

Steamboatship Authority

High-Speed Ferry: Fährt ebenfalls in 1 Stunde nach Nantucket. Im Sommer öfter. Preis – Roundtrip 69. Wenn ihr von Montag bis Donnerstag da seid, empfehle ich euch mit dieser Fähre zu fahren, denn dann kostet eine Hin- und Rückfahrt nur 50 $.

Traditional Ferry: Diese bringt euch in 2 Stunden nach Nantucket. Preis – Roundtrip: 37 $.

Fähre Hyannis – Marthas Vineyard und Nantucket

Inselhopping: Wer sich nicht für eine der Inseln entscheiden kann, hat mit Hy-lines außerdem die Möglichkeit an einem Tag beide Inseln zu besuchen. Eine der Inseln wird bei diesem Trip allerdings immer etwas zu kurz kommen, aber möglich ist es. Preis – Roundtrip: 79 $.

Mit der Autofähre nach Martha’s Vineyard

Ihr könnt tendenziell auch mit dem Auto auf die Inseln übersetzen. Das geht von Woods Hole und Falmouth. Ist jedoch recht teuer. Alternativ könnt ihr dort euer Auto parken und als normaler Passagier mitfahren. Das ist von da sogar günstiger als von Hyannis aus. Lohnt sich aber nur, wenn ihr einen Mietwagen habt um nach Falmouth/ Woods Hole zu kommen. Es gibt zwar auch Busverbindungen, aber das ist doch etwas umständlicher zu planen als bis nach Hyannis zu fahren. Bus- und Fährverbindungen müssen hierbei exakt passen, sonst geht sich das nicht aus.

Von Boston nach Hyannis, Cape Cod mit dem Bus oder Mietwagen

Hin kommt ihr entweder mit dem Mietwagen oder mit dem Bus. Letzteres habe ich für beide Besuche gewählt, da ich jeweils nur für 2 Tage nach Cape Cod und als Alleinreisende nicht extra ein Auto mieten wollte. Glücklicherweise sind die Verbindungen mit dem Bus recht gut und günstig. In Hyannis kommt ihr direkt im Zentrum an, so dass kein Auto nötig ist. Ausführliche Informationen und meinen Erfahrungsbericht findet ihr in folgendem Beitrag:

→ Ohne Auto: Boston-Cape Cod mit dem Bus oder Fähre

Mit dem Bus von Boston nach Hyannis

Reisezeit: Ich war jeweils Ende August auf dem Cape Cod. Zwischen Mai und Anfang September würde ich vor allem unter der Woche die Inseln bzw. Cape Cod besuchen. Da diese Region ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist bei den Amerikanern, wird es an den Wochenenden und in den Ferien entsprechend voll.

Übernachten auf Marthas Vineyard / Nantucket?

Diese Idee gefiel mir an sich noch viel besser. Um die Zeit auf der Insel richtig zu nutzen. Leider sind die Übernachtungspreise auf den Inseln in der Hochsaison nochmal höher als auf dem Festland. Es gibt zwar für Alleinreisende (und vielleicht für Familien interessant), Hostels, aber ein Mehrbettzimmer für 16-20 Leute war dann doch nicht so mein Fall. Deshalb übernachtete ich in Hyannis. Außerhalb der Saison könnte es sich durchaus lohnen die Preise zu vergleichen.

Meine Unterkunft für beide Besuche: Das HI Hostel Hyannis. Ein schnuckeliges Haus, dass nur ca. 10 Minuten Fußweg vom Busbahnhof entfernt ist und noch besser – direkt gegenüber des Hafens liegt, wo die Fähren abfahren. Nette Mitarbeiter, schöne Atmosphäre – mir hat das Hostel sehr gut gefallen. Das Hostel eignet sich übrigens auch für Familien oder Paare, die ihr Budget schonen wollen. Neben den Mehrbettzimmern, gibt es DZ und Mehrbettzimmer für z.b. 3-4 Personen. Beim letzten Aufenthalt hat mit uns beispielsweise eine 5-köpfige deutsche Familie gefrühstückt. Ich war beide Mal in dem 6-Bett Female Dorm untergebracht.

HI Hyannis Hostel

 

Nun geht’s aber los!

Tagesausflug nach Martha’s Vineyard

Martha’s Vineyard, die größere der beiden Inseln, ist bekannt als Drehort für der Weiße Hai und als promintenter Urlaubsort für amerikanische Präsidenten. Angefangen bei JFK bis zu den Clintons und Obamas. Aber nicht nur die politische Prominenz urlaubt gern auf Martha’s Vineyard, auch Stars und Sternchen aus Film und Musikbranche sowie die amerikanische Oberschicht haben auf der Insel ihre Sommerhäuser. Martha’s Vineyard ist unkoventioneller als sein Nachbar Nantucket und zieht seit jeher Kreative und Intellektuelle an. Die Insel ist außerdem einer der wenigen Orte in den USA, wo auch Gleichgeschlechtliche heiraten dürfen.

Mit der Fähre von Hyannis nach Martha’s Vineyard

Morgens um 9 starte ich mit der Fähre von HY-Lines Cruise in meinen Tag auf Martha’s Vineyard. Das Ticket dazu habe ich mir einen Tag zuvor direkt am Tickethäuschen besorgt.

Bereits die Ausfahrt aus dem Hafen von Hyannis hinaus auf’s offene Meer ist ein kleines Highlight – für mich zumindest. Circa eine Stunde später erreichen wir Oak Bluffs. Je nach Fähre kommt ihr entweder hier oder im nahe gelegenen Vineyard Haven an.

Ursprünglich sah mein Plan vor mir direkt am Hafen ein Fahrrad auszuleihen – doch heute ist es viel zu heiß für eine Fahrradtour. Oak Bluffs lässt sich gut zu Fuß erkunden und zwischen den Orten fahren regelmäßig Busse, so dass ich mich gegen das Radeln entscheide. Nun aber geht es auf Erkundungstour!

Oak Bluffs – Märchenhaft schön

Der kleine Ort sticht heraus, das steht mal fest. Oak Bluffs ist berühmt für seine vielen pittoresken Gingerbread-Cottages(Lebkuchen-Häuser). Ungefähr 318 von 500 gibt es heute noch zu sehen. Eigentlich bin ich auf der Suche nach der „Martha’s Vineyard Camp Meeting Association“, auf dem die hübschesten Gingerbread Häuschen zu finden sein sollen. Nur irgendwie finde ich diese nicht bei meinem ersten Spaziergang durch die Stadt, sondern erst am späten Nachmittag auf dem Rückweg. Macht aber nichts, denn die Stadt besteht förmlich nur aus diesen schmucken Häuschen, die einen doch etwas wie aus dem Märchen Hänsel und Gretel entsprungen zu sein scheinen. Ich bin auf Anhieb verliebt!

Dazwischen bummle ich durch die einladenden Geschäfte, in denen man direkt Lust bekommt, sein Zuhause in Deutschland in dem maritimen Neuenglandstil einzurichten. Etwas was mir im Laufe des Tages sehr auffällt: Große Billbords, Starbucks und sonstige große Handlesketten sucht man auf der Insel vergeblich – wie ich später erfahre, ist das von den Inselbewohnern so gewollt und durchgesetzt ebenso wie auf der Nachbarinsel Nantucket.

Nun zieht es mich an die Promenade, an der sich der Town Beach befindet. Vor mir der türkisschillernde Ozean. Das sieht doch sehr einladend aus! Ich überlege, ob ich nicht jetzt ein Sprung ins Meer wage, aber entscheide mich doch erstmal dafür weiter die Insel zu erkunden. Von der Promenade aus fährt die Buslinie in Richtung Edgartown – die will ich nehmen! Vor dem Bus stehen Ticketverkäufer, für eine Tageskarte zahle ich 6 Dollar. Los geht’s!

Am Strand von Oak Bluffs

tagesausflug martha's vineyard oder anntucket

Häuser an der Strandpromenade

Ocean Park

Edgartown – Drehort vom „Weißen Hai“

Hier wurde der „Weiße Hai“ gedreht

Bereits auf dem Weg nach Edgartown passieren wir den Joseph Sylvia State Beach, an dem für den berühmt-berüchtigten Film gedreht wurde. Viele weitere Szenen entstanden in Edgartown selbst. Diese entzückende Städtchen versprüht wiederum das typische Neuengland-Flair: Graue holzverschindelte Häuser, weiße Kirchen, prächtige Villen im griechischen Stil, weiße Gartenzäune. Ganz anders als im viktorianisch angehauchten Oak Bluffs.

Ich schlendere durch die hübschen Straßen mit seinen Galerien und süßen Boutiquen. Fehlt nur das nötige Kleingeld um hier zu shoppen! Nach Shopping ist mir jetzt allerdings sowieso nicht. Ich genieße lieber den heißen Sommertag und lasse mich treiben. Obwohl die Fähre voll war, bin ich überrascht wie angenehm und ruhig es auf der Insel zugeht. Kein Gedränge, kein Trubel – scheinbar verteilen sich die Touristen auf der Insel ganz gut. Im Gegensatz zu Nantucket. Aber dazu später mehr.

Tagesausflug Martha's Vineyard oder Nantucket - Hafen graue holverschindelte häuser mit amerikanischen flaggen auf dem dach

In Edgartown spaziere ich zum Leuchtturm, auf den man hinaufsteigen kann und gönne mir auf dem Rückweg eine Pause in dem Café „Behind the bookstore“. Leute beobachten, eisgekühlten Kaffee schlürfen und ein paar Postkarten schreiben. Herrlich!

Vor Edgartown liegt übrigens die kleine Insel Chappaquiddick, zu der ihr mit einer (Auto)Fähre übersetzen könnt. Diese gelangte 1969 eher zu unglücklichen Ruhm als Ted Kennedy mit seinem Wagen verunglückte und seine Begleiterin dabei starb. Die Umstände und sein Vorgehen(er rief erst am nächsten Morgen die Polizei) waren lange Zeit etwas undurchsichtig und mysteriös. Wie es scheint, wird diese Geschichte demnächst auch als Kinofilm zu sehen sein, der „Chappaquiddick“ heißt. Wie auch immer, die Inseln und Cape Cod scheinen leider unwiderruflich mit dem Schicksal der Kennedys verknüpft. 1999 stürzte John Kennedy jr., der Sohn von JFK und Jackie, vor der Insel mit seinem Flugzeug ins Meer.

Oak Bluffs – Gingerbread Häuschen, Klappe, die 2.

Jetzt geht es aber zurück nach Oak Bluffs. Dieses Mal finde ich die besagte „Martha’s Vineyard Camp Meeting Association“ – ich bin bereits zweimal dran vorbei gelaufen! Nun liegen viele der interessant gestalteten Häuschen bereits im Schatten, aber das macht nichts. Die liebevollen Details gefallen mir, jedes Haus hat scheinbar ein eigenes Thema. Vom Highländer bis zum deutschen Klönschnack-Gingerbread-Haus ist alles dabei. Was hätte ich Lust auf einer der Verandas mit einem kalten Bierchen zu sitzen und in den lauen Sommerabend zu schaukeln!

Stattdessen ruft ein kleiner Hunger und ich gönne mir ein Stück Pizza, bevor es mich noch einmal ans Meer zieht. Mittlerweile ist es tatsächlich zu frisch für ein Bad im Meer geworden. Also sitze ich auf der Strandmauer, blicke auf den Ozean mit seinem endlosen Horizont und lausche dem Rauschen der Wellen…

Sonnenuntergang

Mit der Fähre 19 Uhr, die ich fast verpasst hätte, geht es nach einem wundervollen Tag zurück nach Hyannis. Auf der Fahrt begleitet die anderen Passagiere und mich ein atemberaubend schöner Sonnenuntergang. Wohin ich auch schaue: ich sehe braun gebrannte, glückliche Gesichter und die Begeisterung über diesen Sonnenuntergang ist förmlich zu spüren. Auch ich kann einfach nicht anders und strahle über das ganze Gesicht. Das Ende eines perfekten Tages am Meer eben.

Weitere Sehenswürdigkeiten auf Martha’s Vineyard:

  • Gay Head Light bei Aquinnah, der erste historische Leuchtturm der Insel.
  • Die Lehmklippen von Aquinnah
  • Flying Horse Carousel – das älteste Karussell Amerikas

Tagesausflug nach Nantucket

Zwei Jahre später bin ich zurück in Hyannis. Dieses Mal soll es nach Nantucket gehen – das einstige Walfangzentrum der Welt und Schauplatz von Moby Dick. Die ersten Bewohner, die Wampanog-Indianer, nannten die Insel „weit entferntes Land“. Der Walfang ist seit 1890 Geschichte und heute ist Nantucket neben Marthas Vineyard ein populäres Ausflugsziel. 10.000 Einwohner zählt die Insel – im Sommer strömen an die 50.000 Besucher auf die Insel!

Mit der Fähre von Hyannis nach Nantucket

Heute zu zweit unterwegs, geht es morgens 8 Uhr mit der Steamship Authority Fähre auf die Insel. Mit uns viele weitere Touristen an Bord, was mich anfangs allerdings nicht ganz so stört. Bereits bei der Einfahrt in den Hafen von Nantucket Town passieren wir ein Highlight der Insel: Den Brant Point Leuchturm. Er war der erste gebaute Leuchtturm auf der Inseln und ist eins der beliebtesten Fotomotive auf Nantucket.

Frühstück auf Nantucket

In Nantucket Town angekommen, suchen wir uns erst einmal einen Spot zum Frühstücken. Was sich bereits als schwierig herausstellt, denn diese Idee haben nicht nur wir. Die Cafés und Restaurants sind zum Brechen voll und wir müssen im Fog Island Café sogar auf einen Tisch warten. Das Frühstück ist schließlich richtig lecker, wenn auch teuer. Aber wie auf Martha’s Vineyard gibt es hier keine Coffeshop-Ketten, an denen sich ein günstigeres Frühstück besorgen lässt. Wie wir später herausfinden, gibt es im The Bean die Möglichkeit auf Coffe to go und gesunde Optionen für eine Pause zwischendurch (allerdings auch nicht unbedingt günstiger…)

Spaziergang durch Nantuckets historische Altstadt

Nach dem Frühstück spazieren wir erst einmal durch das Städtchen, bevor wir uns Fährräder ausleihen wollen. Das Stadtbild dominieren historische Gebäude mit grauen Holzfassaden, dass Nantucket den Beinamen „Little Grey Lady“ einhandelte. Auffallend sind hier zudem die kopfsteingepflasterten Straßen, was man in den USA nicht mehr so oft findet. Insgesamt um die 800 Häuser aus dem 18. Jahrhundert befinden sich allein in der historischen Altstadt rund um die Main Street.

 

Im Nantucket Antheneum, heute eine öffentliche Bibliothek, hielt 1841 der berühmte Abolitionist Frederick Douglass seine erste Anti-Sklaverei-Rede.

Nantucket Antheneum

An die Zeit des Walfangs erinnert das ansässige Walfangmuseum, dass ein riesiges Walfangskelett beinhaltet. Wie Nantucket zur drittgrößten Stadt Amerikas wurde

Whaling Museum

Auch hier gibt es viele tolle Kunstgalerien und Geschäfte. So richtig entspannend finde ich es allerdings nicht. So merkwürdig es klingt, aber es herrscht ganz schön Verkehr. Nicht nur die vielen Füßgänger und Fahrradfährer, auch jede Menge Autofahrer, die sich mit ihren offenen Jeeps durch die kleinen Straßen schieben und hupen. Sollte Nantucket nicht die ruhigere der beiden Inseln sein?

Vielleicht wird es ja später besser, denke ich mir, wenn wir aus Nantucket raus sind.

Fahrradtour auf Nantucket

Wir leihen uns Fahrräder bei Young’s Bicycle Shop an der Hafenstrasse für den Tag. Nantucket hat viele verschiedene Radwege – schwierig sich für eine Route zu entscheiden. Da ich gehört habe das Sconset ein sehenswerter Ort ist und wir dahin einen Loop fahren können, wird es schließlich diese Strecke.

Die Route hinzu auf der Polpis Road fahren wir vorbei an Marsch- und Moorlandschaften. Der Duft von Tannennadeln liegt in der Luft. Der Weg führt parallel zur Hauptstraße entlang. Man ist also immer mit dem Verkehr gefahren. Gut war hier zumindest das es immerzu kurze Abschnitte gab, die etwas durch den Wald führten. Ansonsten gibt es noch ein paar nette Aussichten wie auf den Leuchtturm, der sich aber schon fast bei Sconset befindet.

Sconset – Malerisches Dorf am Ende der Insel

In Sconset angekommen, würde ich gern wieder irgendwo nett einkehren für eine Pause. Mittlerwiele ist es relativ heiß. Doch Fehlanzeige. Die zwei Restaurants und Cafés haben noch nicht geöffnet. Wir finden einen kleinen Laden, in dem wir uns eine kalte Limonade gönnen. Sconset selbst ist zwar ganz hübsch, aberwie formuliere is es jetzt… jedes Haus gleicht dem anderen. Einerseits ganz idyllisch, andererseits irgendwie eintönig. Für uns kein Highlight, dass man unbedingt in Nantucket sehen müsste, auch wenn es sehr empfohlen wird.

Also auf zum Strand. Der feine weiße Sandstrand gefällt mir. Eins steht fest: Traumhafte Sandstrände und Dünenlandschaften, das haben Nantucket und Marthas gemein! Angeblich soll es hier wie auf Sylt aussehen…da ich noch nie da war, habe ich keinen Vergelich. Wir verweilen kurz hier, zum Schwimmen und länger ausharren ist es jedoch unpraktisch. Da es leider keine Toiletten oder Strandcafés etc. gibt. Nicht das man es unbedingt bräuchte, wenn man in dem Ort wohnt. Aber wir kamen ja von Nantucket… Wir überlegen daher, ob wir zurück fahren und vielleicht bei Nantucket noch schwimmen gehen. Gesagt getan.

Die Strecke über die Milestone Road ist an sich einfach: Immer geradeaus bis nach Nantucket. Es könnte so einfach sein… Aber es gibt keinen Schatten, die Hauptstraße mit vielen vorbeifahrenden Autos befindet sich direkt nebenan, es gibt keine interessanten Aussichten und es geht trotzdem immer wieder bergauf, bergab mit Gegenwind: Kurzum, ich kann mir nicht helfen, ich bin so richtig genervt. Nein, das war so gar nicht meine Vorstellung von einer gemütlichen Fahrradtour in der Natur Nantuckets. Ich glaube fast, es ist bisher die mit Abstand ödeste Fahrradstrecke, die ich je gefahren bin.

Nantucket

Zurück in Nantucket sind wir nicht mehr in rechter Laune noch nach dem nächsten Strand zu suchen, also schlendern wir noch einmal durch die Straßen und suchen uns ein Plätzchen wo wir etwas essen können. Leider ist alles hier relativ teuer. An der Straße zu den Fähren findet ihr aber etwas günstigere Läden, wo ihr euch z.b. Pizza mitnehmen könnt.

Nachdem wir noch ein wenig die Zeit vertrödeln, geht es schließlich Sonnenuntergang zurück nach Hyannis. Ihr merkt es vermutlich schon. Nantucket konnte mich leider nicht so recht begeistern wie mein Ausflug nach Martha’s Vineyard 2 Jahre zuvor. Nichtsdestotrotz war es ein schöner und aktiver Tag auf der Insel und am Meer. Und ich bin froh, dass ich nun beide Inseln besucht habe.

Angeln am Leuchtturm

Sonnenuntergang über dem Meer

Ankunft in Hyannis

Weitere Sehenswürdigkeiten auf Nantucket & Tipps:

  • Nantucket Maria Mitchell Observatory (Maria Mitchell – Amerikas erste Astronomin und Frauenrechtlerin kam von der Insel)
  • Naturkundemuseum
  • Leuchtturm Madaket
  • Cisco Brewers
  • Frühstücken bei Black-Eyed Susan’s, bei den Locals beliebt für Pennsylvania Dutch cakes und French toast aus Sauerteig
  • Old Mill
  • histroisches African Meeting House, einst der zentrale Treffpunkt für die afroamerikanische Community im 19. und frühen 20. Jh.

Fazit: Tagesausflug Martha’s Vineyard oder Nantucket?

Es ist wirklich nicht leicht sich zu entscheiden. Jede Insel hat ihren eigenen, unverwechselbaren Charme. Mein Favorit ist aktuell immer noch Martha’s. Weshalb? Die Insel ist landschaftlich, von den Ortschaften und der Architektur her viel abwechslungsreicher, was mir sehr gefallen hat. Auch habe ich die Insel nicht so teuer in Erinnerung wie Nantucket. Ob eine Fahrradtour mir dort besser gefallen hätte als auf Nantucket, kann ich leider nicht sagen.

Nantucket selbst ist auf jeden Fall ebenfalls eine schöne Insel, keine Frage, und einen Besuch wert. Ich würde auch wieder hinfahren. Nur dann eventuell zu einer anderen Jahreszeit (unser Hostel-Mitarbeiter meinte Nantucket ist im Sommer einfach wirlich zu voll und zu klein, damit sich die Touristen gut verteilen) und eine der anderen Fahrradrouten wählen. Hätten wir eine andere Tour gemacht, wer weiß, hätte mir Nantucket doch am Ende besser gefallen?

Das sind natürlich nur meine persönlichen Eindrücke. Bei euch kann dies ganz anders sein. :)


Weitere Beiträge zu Neuengland & Osten der USA

 

Welche der beiden Inseln gefällt euch auf Anhieb besser von den Bildern her? Oder wart ihr selbst schon einmal da? Dann teilt eure Erfahrungen gern in den Kommentaren – ich freue mich.

1 Comment

  • Reply
    Sabrina
    03/04/2018 at 15:06

    Hach, schöööön, ich stehe ja total auf diesen Neuengland-Flair! :) Wir haben es leider nicht geschafft, eine der beiden Inseln zu besuchen, was vor allem an den horrenden Übernachtungspreisen lag – beim nächsten Mal (das es hoffentlich geben wird) sollten wir dann aber einen Tagestrip einplanen. Ich hätte mich auch nur schwer für eine der Inseln entscheiden können, weiß jetzt aber, dass mir Martha’s Vineyard vermutlich besser gefallen würde – die hübschen Häuschen sind ja einmalig!
    Danke fürs Mitnehmen und liebe Grüße
    Sabrina

  • Leave a Reply